Massives Wachstum: Hyperscaler investieren in Rechenzentren – aber am Channel vorbei

Immerhin 430 große Cloud-Rechenzentren gab es Ende des vergangenen Jahres, mehr als 130 sollen 2019 dazukommen. Doch von den Milliardeninvestitionen profitieren die klassischen Infrastrukturhersteller und ihre Vertriebspartner kaum, weil Hyperscaler und Betreiber sozialer Netzwerke bei ODMs einkaufen.

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Der Rechenzentrumsmarkt boomt, weil die Nachfrage nach Cloud-Diensten steigt. Doch gerade vom Wachstum bei den Hyperscalern, die den Markt entscheidend vorantreiben, partizipiert der Channel kaum. Das geht aus einer Untersuchung der Synergy Research Group hervor. Dort schaute man sich die Bauvorhaben der 20 größten Cloud-Betreiber an – neben klassischen Cloud-Anbietern wie AWS, Google, IBM und Microsoft auch Technikriesen wie Apple, Ebay, Facebook, Twitter oder das chinesische Baidu, die ebenfalls gigantische Infrastrukturen für ihre Services bereithalten. Sie alle betrieben zum Ende des vergangenen Jahres weltweit 430 Datacenter, vornehmlich in den USA, doch mehr als 20 davon beispielsweise auch in Deutschland.

Um elf Prozent stieg damit die Zahl der Hyperscaler-Rechenzentren im zurückliegenden Zwölfmonatszeitraum, und das Wachstum setzt sich fort. Mindestens 132 weitere Datacenter sind Synergy zufolge bereits in Planung oder sogar schon im Bau. »Ein Ende des Datacenter-Baubooms ist nicht in Sicht«, so John Dinsdale, Chief Analyst und Research Director bei dem Marktforschungsunternehmen.

Investitionen steigen stärker als Umsätze

Damit rüsten sich die Hyperscaler für weiteres Wachstum. Ihre Erwartungen sind immens – so immens, dass ihre Investitionen um über 40 Prozent steigen, obwohl die Umsätze nur um etwa 24 Prozent zulegen. Das meiste Geld fließe in Gebäude und Equipment, sagt Dinsdale. Allein im dritten Quartal 2018 hätten die Ausgaben bei 26 Milliarden Dollar gelegen, nachdem es im Jahr zuvor noch 21,5 Milliarden gewesen waren. Das Problem: »Zwar geben die Hyperscaler immer größere Summen für den Bau, die Ausrüstung und die Modernisierung ihrer Datacenter aus, doch sie geben auch einen immer größeren Anteil davon für selbst entwickelte Hardware aus, die für sie von ODMs produziert wird«, so Dinsdale gegenüber CRN USA.

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