CRN-Interview mit Peter Goldbrunner von Nutanix: »Das Rechenzentrum am Vorbild der Hyperscaler ausrichten«

In der Regel schaffen Kunden HCI für neue Workloads an, doch nach den ersten Schritten laufe es meist auf eine umfassende Modernisierung des Rechenzentrums hinaus, berichtet Peter Goldbrunner, Country Manager Germany and Austria bei Nutanix. Ihr Ziel: Agilität, Effizienz und Automation wie die großen Cloud-Anbieter.

Peter Goldbrunner, Country Manager Germany and Austria bei Nutanix
(Foto: Nutanix)

CRN: Herr Goldbrunner, wie hat sich die Nachfrage nach hyperkonvergenten Systemen in den vergangenen Monaten entwickelt?

Peter Goldbrunner: Das Geschäft boomt. Alle unabhängigen Analysten, ob Gartner, IDC oder Forrester, sehen eine ähnliche Entwicklung. Beispielsweise hat IDC im zweiten Quartal 2018 gegenüber dem Vorjahr ein Wachstum des HCI-Markts von 78 Prozent auf ein Volumen von circa 1,5 Milliarden Dollar ermittelt.

Diese Zahlen stellen eine aussagekräftige Messgröße dar. Viel spannender sind jedoch die konkreten Anwendungsszenarien, die Use Cases, die mittels HCI adressiert werden. Denn diese zeigen das zukünftige Potenzial auf und vermitteln eine Vorstellung davon, was noch kommen wird.

HCI hat seinen Ursprung in Lösungen rund um das Thema Virtuelle Desktop-Infrastrukturen (VDI). Etwa ein Drittel der VDI-Anwendungsfälle wird über HCI-Lösungen abgedeckt. In der Zwischenzeit aber hat der Markt erkannt, dass weitere Use Cases vor allem im Umfeld von Big Data, DevOps, Multi-Cloud und bei Nutanix jetzt auch SAP Hana adressiert werden. Hier entsteht sehr viel Raum für zukünftiges Wachstum.

CRN: Was versprechen sich Unternehmen von Hyperconverged-Lösungen?

Goldbrunner: Auf den Punkt gebracht lautet die Antwort: eine Industrialisierung des Rechenzentrums. Dem liegt die Idee zugrunde, ein Rechenzentrum mit der Agilität, Effizienz und Automation der großen Cloud-Anbieter wie Amazon, Microsoft, Apple und Google zu bauen und zu betreiben. Nutanix hat diese Idee als erster Anbieter aufgegriffen und steht damit am Ursprung des HCI-Marktes. HCI hilft Kunden dabei, ihre Infrastruktur und vor allem deren Betrieb am Vorbild der genannten Hyperscaler auszurichten und neu zu gestalten. Die Vorteile dieser Neuausrichtung sind gewaltig, vor allem in den Bereichen Skalierung, Performance, Agilität, Einfachheit, Automation und natürlich auch Kosten, wenn man den Betrieb einer solchen Umgebung berücksichtigt. HCI ist hier traditionellen Umgebungen weit überlegen.

CRN: Für welche Workloads eignen sich die Systeme am besten?

Goldbrunner: Bei unseren Kunden sehen wir eine ganze Reihe von Arbeitslasten oder Workloads, die sich in unseren technischen Funktionalitäten widerspiegeln. Der erste wirkliche Workload, ich spreche allerdings lieber von einem Anwendungsszenario, da es um mehr geht als das Beherbergen einer Arbeitslast, war VDI. Mittels HCI lassen sich VDI-Umgebungen diverser Anbieter, die komplex im Speicherbedarf sind, dynamisieren und automatisieren.

Mittlerweile haben wir jedoch viele Kunden, die Use Cases wie Big Data oder Security mit Hilfe von HCI adressieren. DevOps ein weiteres Beispiel mit gigantischem Wachstumspotenzial. Hinzu kommen Szenarien wie Umgebungen für Multi Clouds, Hybrid Clouds oder Remote Branch Offices, kurz Robo, Datenbank Anwendungen wie zum Beispiel Oracle, die Modernisierung klassischer 3-Schichten-Infrastrukturen und relativ neu der Betrieb von SAP Hana. Nutanix hat im letzten Monat mit SAP gemeinsam die SAP Hana-Zertifizierung erfolgreich abgelegt und wir werden natürlich auch hier viele spannende Kundensituationen erleben.