CRN-Interview mit Robert Laurim von Dell: »Anwender wollen ihre Infrastruktur insgesamt modernisieren«

Im Gespräch mit CRN berichtet Robert Laurim, Vice President & General Manager Channel bei Dell EMC Deutschland, dass Kunden hyperkonvergente Systeme nicht mehr nur für neue Anwendungen anschaffen, sondern um ihre Infrastruktur ganz allgemein zu modernisieren.

Robert Laurim, Vice President & General Manager Channel bei Dell EMC Deutschland
(Foto: Dell)

CRN: Herr Laurim, wie hat sich die Nachfrage nach hyperkonvergenten Systemen in den vergangenen Monaten entwickelt?

Robert Laurim: Die Nachfrage steigt stetig an und hat sich gegenüber dem letzten Jahr mehr als verdoppelt. Das Potenzial ist weiterhin enorm. Die Anfragen, die wir erhalten, betreffen alle Industrie-Bereiche sowie alle erdenklichen Applikationen.

CRN: Was versprechen sich Unternehmen von Hyperconverged-Lösungen?

Laurim: Im Vordergrund steht die starke Vereinfachung der IT-Landschaft durch den hohen Grad an Automatisierung, gefolgt von einer sehr guten Skalierbarkeit und Verfügbarkeit. Die starke Vereinfachung gibt den Unternehmen zusätzliche Flexibilität und Schnelligkeit, um IT-Dienstleistungen schnell und günstig bereit zu stellen.

CRN: Für welche Workloads eignen sich die Systeme am besten?

Laurim: Hyperkonvergente Systeme eignen sich für fast alle Workloads und Applikationen, angefangen von den typischen Microsoft-Anwendungen über VDI bis hin zu geschäftskritischen Anwendungen wie SAP HANA.

CRN: Schaffen Kunden hyperkonvergente Systeme eher für neue Workloads und neue Projekte an oder eher um bestehende Infrastruktur abzulösen?

Laurim: Das ist eine interessante Frage, da sich der Trend stark verändert hat: Vor einigen Jahren hat man sich bei der Anschaffung hyperkonvergenter Systeme auf neue Applikationen konzentriert, um diese flexibel und schnell bereitstellen zu können. Das hat sich aber in der Zwischenzeit geändert. Anwender gehen immer mehr dazu über, bestehende Anwendungen abzulösen, um die Infrastruktur insgesamt zu modernisieren.

CRN: Bei der Modernisierung von IT-Infrastrukturen stehen meist geschäftskritische Workloads im Vordergrund. Sind hyperkonvergente Systeme auch eine Lösung für weniger heiße Workloads, etwa Backups oder die File Shares von Mitarbeitern?

Laurim: Hier muss man zwischen Daten, die einen direkten Zugriff benötigen, und Daten, die unregelmäßig oder selten gebraucht werden, unterscheiden. Dabei stehen die notwendigen Investitionskosten oft im Vordergrund der Entscheidung. Unter dem Aspekt der Homogenisierung und Automation der Infrastruktur können hyperkonvergente Systeme aber auch für Daten sinnvoll sein, die keinen direkten Zugriff benötigen.

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