CRN-Interview mit Torsten Bloth von Lenovo: »IT-Mitarbeiter gewinnen Zeit für Innovationen«

Mit CRN spricht Torsten Bloth, Senior Manager Lenovo Solution Architects DACH, darüber, wie HCI-Systeme helfen, IT-Abteilungen bei der Verwaltung der Infrastruktur zu entlasten und Ressourcen für andere Aufgaben frei zu machen.

Torsten Bloth, Senior Manager Lenovo Solution Architects DACH und Experte für Hyperconverged Infrastructure bei Lenovo
(Foto: Lenovo)

CRN: Herr Bloth, wie hat sich die Nachfrage nach hyperkonvergenten Systemen in den vergangenen Monaten entwickelt?

Torsten Bloth: Die Nachfrage hat sich aus unserer Sicht sehr positiv entwickelt. Laut den Marktforschern von IDC ist der Markt für Converged Infrastructure im ersten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahresquartal um knapp 20 Prozent gewachsen. Im gleichen Zeitraum ist der Markt für Hyperconverged Infrastructure mit 75 Prozent Wachstum förmlich explodiert. Bei Lenovo rechnen wir damit, dass es in den kommenden fünf bis zehn Jahren kaum noch Systeme mit einer klassischen 3-Tier-Silo-Architektur geben wird.

CRN: Was versprechen sich Unternehmen von Hyperconverged-Lösungen?

Bloth: Die Erwartungen, die Unternehmen mit der Einführung einer Hyperconverged-Lösung verbinden, hängen eng mit ihrem Business zusammen; eine pauschale Aussage würde ich hier nicht treffen wollen. Ganz generell punktet Hyperconverged Infrastructure durch große Flexibilität, die Möglichkeit einer dynamischen, raschen Erweiterung, einfache Skalierbarkeit an unterschiedliche Workloads und – besonders wichtig in Zeiten des Fachkräftemangels – die Reduzierung von Administrationsaufgaben.

Im Alltag bedeutet das für Unternehmen konkret: Sie können Projekte in einer Hyperconverged-Umgebung schneller umsetzen und Lösungen schneller implementieren. Dedizierte Workloads werden nicht mehr dedizierter Hardware zugeordnet, sondern Ressourcen können flexibel und nach Bedarf einzelnen Workloads zugeordnet werden. Updates für die gesamte Server-Infrastruktur lassen sich ohne großen Aufwand mit nur einem Click durchführen. IT-Mitarbeiter haben so mehr Zeit, um sich anderen Aufgaben zuzuwenden und mit echten Innovationen zum Erfolg ihres Unternehmens beizutragen.

CRN: Für welche Workloads eignen sich die Systeme am besten?

Bloth: Ich sehe hier eigentlich keine natürlichen Grenzen für den Einsatz von HCI mit Blick auf die zu bewältigenden Workloads. Bei unseren Kundengesprächen wird dies unter anderen dadurch bestätigt, dass sich die Diskussionen in erster Instanz zumeist nicht um die Kosten der Lösung drehen, sondern der Mehrwert und die Möglichkeiten im Zentrum der Gespräche stehen.

Generell machen Hyperconverged-Lösungen überall dort besonders viel Sinn, wo Unternehmen einem ›highly skilled team‹ mehr Zeiträume für Innovationen schaffen möchte und der Aufwand zur Administration der bisherigen Infrastruktur ein kritisches Niveau erreicht hat.

Typisch Einsatzszenarien sind RoBo-, VDI- und DevOps-Umgebungen. Aber auch in Cloud- und SAP-HANA-Umgebungen kommt Hyperconverged Infrastructure heute bereits erfolgreich zum Einsatz. Sogar im Rahmen von Big Data Analytics macht der Einsatz von HCI Sinn, wenn man dort den Fokus auf die Applikationsebene legt und dem Hyperconverged-System die Hoheit über die Infrastruktur überlässt.