CRN-Interview mit Torsten Bloth von Lenovo: »IT-Mitarbeiter gewinnen Zeit für Innovationen«

Mit CRN spricht Torsten Bloth, Senior Manager Lenovo Solution Architects DACH, darüber, wie HCI-Systeme helfen, IT-Abteilungen bei der Verwaltung der Infrastruktur zu entlasten und Ressourcen für andere Aufgaben frei zu machen.

»Kunden schätzen an Appliances den zentralen Ansprechpartner«

CRN: Vorkonfigurierte Hyperconverged Appliance oder Software-Lösung auf Referenzarchitekturen – wo liegen Ihrer Einschätzung nach die Vor- und Nachteile der beiden Ansätze?

Bloth: Kunden schätzen an vorkonfigurierten Hyperconverged Appliances meiner Erfahrung nach vor allem, dass sie nur einen einzigen Ansprechpartner für die gesamte Lösung haben, sowohl bei der Beschaffung als auch im Support. Üblicherweise sind auch die Preise und Lizenzmodelle für vorkonfigurierte Lösung entsprechend optimiert.

Wir haben aber auch erkannt, dass wir als Lenovo flexibel agieren müssen und die Wünsche unserer Kunden ins Zentrum unserer Lösungen stellen: Deswegen bieten wir neben unserer erfolgreichen HX Appliances auch sogenannte Certified Nodes an.

CRN: Schwindet durch die große Nachfrage nach hyperkonvergenten Lösungen die Bedeutung dedizierter Software-defined-Storage-Lösungen?

Bloth: Das ist eine Frage, die wir regelmäßig bei unseren Gesprächen mit Partnern und Kunden gestellt bekommen! Dabei habe ich festgestellt, dass oft nicht klar ist, wo die Gemeinsamkeiten und wo die Unterschiede in den beiden Konzepten liegen. Zunächst zu den Gemeinsamkeiten: Sie definieren Infrastruktur und abstrakten Speicher der zugrunde liegenden Hardware neu, verwenden Commodity Server und lassen sich gut mit Virtualisierung kombinieren – wobei im Falle von HCI eine Virtualisierung unumgänglich ist! Insgesamt macht Hyperconverged Infrastructure natürlich weitaus mehr; Software-defined-Storage hingegen abstrahiert lediglich die Speicherinfrastruktur.

In meinen Augen liegt der entscheidende Unterschied zwischen hyperkonvergenten Lösungen und Software-defined-Storage-Lösungen im Wissen, das über Speicher und Speichertechnologien im Unternehmen vorhanden sein muss: SDS-Lösungen setzen deutlich mehr Kenntnisse rund um das Thema Speicher innerhalb der IT-Abteilung voraus als HCI. Aus wirtschaftlicher Sicht sind die (Betriebs-) Kosten ein wichtiger Aspekt: Software-defined Storage hat die Tendenz zu höheren operationalen Kosten, da der administrative Aufwand in der Regel höher ist.

Dennoch ist eine einfache ja/nein-Antwort auf die Frage, ob Software-defined-Storage Lösungen durch HCI-Lösungen an Bedeutung verlieren, aus meiner Sicht nicht möglich. Denn die Entscheidung, welche Lösung zum Einsatz kommen sollten, bedarf einer umfangreichen und detaillierten Analyse der kundenspezifischen Workloads, der Skills im jeweiligen IT-Team und der Komplexität, derer es gilt Herr zu werden. Sicherlich bietet Hyperconverged Infrastructure ein höheres Maß an Flexibilität. Wenn sich ein Unternehmen aber beispielweise in einer Umgebung bewegt, in der Virtualisierung keine Option ist, dann ist eine SDS-Lösung die richtige Wahl. Persönlich gehe ich davon aus, dass wir in den kommenden Jahren eine Annäherung von Hpyerconverged Infrastruture und Software-defined Storage erleben werden.

CRN: Nutzen Ihre Partner die hyperkonvergenten Lösungen von Lenovo auch selbst, um Storage-Services oder andere Dienste für ihre Kunden anzubieten?

Bloth: Grundsätzlich bieten sich die hyperkonvergenten Lösungen von Lenovo aufgrund ihrer Vielseitigkeit, Skalierbarkeit und Flexibilität dazu an, auch Managed Service zum Beispiel Storage- und File-Services darauf anzubieten.

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