Starkes Wachstum im HCI-Markt: Die Industrialisierung des Rechenzentrums

Was vor einigen Jahren mit recht starr vorkonfigurierten Appliances für einige spezifische Workloads begann, ist mittlerweile ein Milliardenmarkt. Hyper-Converged Infrastructures, kurz: HCI, versprechen Einfachheit und Flexibilität, Verfügbarkeit und Skalierbarbeit. Sie bringen Cloud-Feeling ins Datacenter und können längst die ganze Bandbreite an Anwendungen, die ein Unternehmen benötigt, abdecken.

Vom Spezial- zum Allround-System

Ursprünglich kamen HCI-Lösungen vor allem in VDI-Umgebungen zum Einsatz oder wurden von Firmen als kompaktes, einfach zu verwaltendes Rechenzentrum für Außenstellen genutzt. Mittlerweile sieht man die Systeme jedoch in den unterschiedlichsten Szenarien. »Sie eignen sich für fast alle Workloads und Applikationen, angefangen von den typischen Microsoft-Anwendungen über VDI bis hin zu geschäftskritischen Anwendungen wie SAP HANA«, sagt Robert Laurim, Vice President & General Manager Channel bei Dell EMC Deutschland. Christian Keil, Manager Cloud Infrastructure bei NetApp, sieht die NetApp-Lösung sogar »grundsätzlich für jeden Workload« geeignet. Der Storage-Hersteller war erst im vergangenen Jahr in den Markt eingestiegen, und das sehr erfolgreich. Keil spricht von der »Gnade der späten Geburt«, weil man die Fehler und Nachteile der frühen Lösungen vermeiden und direkt mit einem sehr flexiblen System starten konnte. Auch Bloth von Lenovo sieht »eigentlich keine natürlichen Grenzen für den Einsatz von HCI mit Blick auf die zu bewältigenden Workloads«. Die Systeme würden manchmal sogar schon für Big Data Analytics genutzt.

Längst werden HCI-Lösungen nicht mehr nur für ein neues Projekt oder eine neue Anwendung angeschafft. »Anwender gehen immer mehr dazu über, bestehende Systeme abzulösen, um die Infrastruktur insgesamt zu modernisieren«, hat Laurim festgestellt. Denn das perfekte Zusammenspiel von Software und Hardware und das einfache Management erleichtern nicht nur die Einführung von HCI-Lösungen, sondern entlasten IT-Abteilungen auch im Arbeitsalltag und machen damit Ressourcen für andere Projekte frei. »Generell machen Hyperconverged-Lösungen überall dort besonders viel Sinn, wo Unternehmen für ihr Team mehr Zeiträume für Innovationen schaffen möchten und der Aufwand zur Administration der bisherigen Infrastruktur ein kritisches Niveau erreicht hat«, sagt Bloth.

»Mit HCI können Firmen digitale Dienste schneller ausrollen und Betriebskosten sparen«, fasst Weber von HPE zusammen und nennt damit Vorteile, die sonst auch mit dem Gang in die Cloud verbunden werden. Goldbrunner von Nutanix spricht in diesem Zusammenhang von der »Industrialisierung des Rechenzentrums«, denn dank hyperkonvergenten Lösungen lässt sich das lokale Datacenter mit derselben Agilität und Effizienz und demselben Automationsgrad betreiben, wie dies die Hyperscaler in ihren riesigen Infrastrukturen tun.