Lancom-Manager bleiben an Bord: Lancom geht in Rohde & Schwarz auf

Netzwerk ohne Security hat keine Zukunft. Die logische Folge: Aus einer Beteiligung wird eine vollständige Übernahme. Gemeinsam wollen Rohde & Schwarz und die Tochtergesellschaft Lancom den Netzwerkmarkt aufmischen.

Empower Your Business haben Stefan Herrlich (links) und Ralf Koenzen wörtlich genommen und auch ihre restlichen Anteile an den Technologiekonzern Rohde & Schwarz verkauft
(Foto: CRN)

Rohde & Schwarz übernimmt nun auch die restlichen Teile an der 2016 erworbenen Mehrheit beim Netzwerkanbieter Lancom. Das Unternehmen wird jetzt eine 100-prozentige Tochter, die eigenständig innerhalb des Technologiekonzerns agieren soll. Finanzielle Details wurden nicht bekannt.

Der deutsche Netzwerkhersteller Lancom wächst seit Jahren schon zweistellig und kann sich vor allem auf dem deutschen Markt mit durchschnittlichen Wachstumsraten von 14 Prozent gegen Hersteller-Riesen wie Cisco und HPE (Aruba) durchsetzen. 2017 kletterten die Erlöse um 17 Prozent auf 58,5 Millionen Euro.

Die Investitionen in Forschung und Entwicklung kosten gerade im Netzwerkmarkt viel Geld. Softwaredefinierte Netzwerke, IT-Managementtools und vor allem integrale IT-Sicherheitslösungen sind gefragt. Der Personalmangel trifft vor allem kleinere Hersteller wie Lancom. Will man als Netzwerkhersteller auf Dauer mit den Großen der Branche mithalten, braucht man Rückhalt bei Investoren. Rohde & Schwarz, ein traditionsreiches deutsches Familienunternehmen mit großen Ambitionen in seiner Sparte Cybersecurity, ist mehr als das. Als strategischer Investor brachte der Konzern Security-Kompetenz in die Partnerschaft mit Lancom ein sowie ein globales Vertriebsnetzwerk.

Das Lancom-Management bleibt künftig operativ tätig. Das Führungsduo übernimmt zudem neue Aufgaben. Koenzen wird zusätzlich den neu gegründeten Bereich Networks & Cybersecurity leiten, in dem die Rohde & Schwarz Cybersecurity GmbH integriert wird. Herrlich rückt bei dieser Gesellschaft in den Aufsichtsrat.

Die Zustimmung des Bundeskartellamts steht noch aus.