Starkes Wachstum im ersten Quartal 2018: Steigende Flash-Nachfrage treibt Storage-Markt an

Um fast 20 Prozent wächst der Storage-Markt im ersten Quartal, vor allem dank anhaltendem Flash-Boom. Besonders stark können die beiden Marktführer zulegen.

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In den vergangenen Jahren war der Markt für Storage-Arrays meist nur moderat gewachsen, doch im ersten Quartal 2018 erfuhr er einen kräftigen Schub. Um fast 20 Prozent legten die Umsätze mit externen Speichersystemen laut IDC zu, wobei vor allem die beiden Marktführer Dell EMC und NetApp hervorstachen, die sich mit 44,6 und 21,7 Prozent deutlich stärker steigern konnten als die Konkurrenz. Bei Dell EMC zeigte das ausgebaute Engagement im Storage-Markt damit überraschend schnell Wirkung. Der Hersteller hatte kurz nach dem Jahreswechsel zahlreiche neue Incentives, Rabattprogramme und Trainingsangebote aufgelegt, um den schwächelnden Verkauf von Speichersystemen anzukurbeln, und zudem umfangreiche Marketinggelder bereitgestellt sowie das interne Storage-Team kräftig aufgestockt. Bei NetApp war es dagegen eher ein länger andauernder Prozess, das Unternehmen über Jahre vom File-Storage-Spezialisten zu einem Anbieter von Speicherlösungen umzubauen, die auch Datenmanagement und Cloud mit abdecken.

Beide Wege zeigten Erfolg. Beide Unternehmen profitierten aber auch davon, dass der Markt sich insgesamt investitionsfreudig zeigte, wie die ebenfalls gestiegenen Storage-Umsätze der meisten Konkurrenten belegen. Lange konnten viele Unternehmen offenbar, trotz Datenwachstum, durch bessere Speichernutzung oder den Einsatz von Cloud-Diensten die Anschaffung neuer Systeme aufschieben – bis jetzt. Alexander Wallner, EMEA-Chef von NetApp, attestiert dem Markt denn auch »einen gewissen Investitionsstau, der sich nun löst«. Ähnlich sieht es Christian Winterfeldt, Country Manager von Dell EMC in Deutschland, der durch neuartige Workloads wie KI, IoT und Big Data einen deutlich höheren Bedarf an Speicher sieht – den die Cloud allein für viele Firmen nicht bedienen kann oder soll. »Die Cloud-Adaption schreitet nicht so schnell voran wie ursprünglich erwartet. Für die meisten Workloads ist die On-Premise-Cloud im eigenen Rechenzentrum immer noch die erste Wahl«, sagt er.

Dafür, dass sich das in der nächsten Zeit ändert, sieht Winterfeldt »derzeit keinen Grund«. Er rechnet damit, dass weitere Investitionen in die Erneuerung von Rechenzentren fließen. Das liegt allerdings auch daran, dass dort die Flash-Technologie einen regelrechten Siegeszug angetreten hat. Zu groß sind ihre Vorteile gegenüber der klassischen Festplatte, zeichnet Flash sich doch nicht nur durch eine höhere Performance aus, sondern auch geringeren Platzbedarf, kleineren Stromverbrauch und niedrigeren Kühlaufwand – kurz: geringere Betriebskosten. Das wiegt in vielen Fällen die meist noch etwas höheren Anschaffungskosten auf. Nur da, wo es allein um die Speicherkapazitäten geht, werden heute noch reine Disk-Systeme verkauft. Von den gut 6,2 Milliarden Dollar Umsatz, die mit externen Speichersystemen im ersten Quartal dieses Jahres erwirtschaftet wurden, entfallen nur noch etwa 1,6 auf festplattenbasierte Arrays. Mit hybriden Systemen erwirtschaftet die Branche dagegen mittlerweile 2,5 Milliarden Dollar, mit All-Flash-Arrays 2,1 Milliarden Dollar.

Beide Marktsegmente wachsen schnell, das mit All-Flash legte im Jahresauftaktquartal um fast 55 Prozent zu. Die Systeme kommen vielfach nicht nur bei performancehungrigen Workloads wie KI, Big Data, Echtzeitanalysen oder Datenbankanwendungen zum Einsatz, sondern oft auch bei der Konsolidierung von Speicherinfrastrukturen. Dennoch hat sich mittlerweile auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass All-Flash nicht das Allheilmittel für alle Probleme im Rechenzentrum ist, weshalb auch die Verkäufe von hybriden Lösungen, in denen Flash und Festplatten stecken, wieder anziehen. Zuletzt lag das Wachstum bei knapp 24 Prozent.

Markt für externe Storage-Systeme im ersten Quartal 2018

1. Dell EMC mit 2,0 Milliarden Dollar (+44,6 Prozent)
2. NetApp mit 890 Millionen Dollar (+21,7 Prozent)
3. HPE mit 652 Millionen Dollar (+9,4 Prozent)
4. Hitachi 458 Millionen Dollar (+2,0 Prozent)
5. IBM mit 364 Millionen Dollar (-17,3 Prozent)
Andere Hersteller: 1,8 Milliarden Dollar (+14,4 Prozent)
Gesamtmarkt: 6,2 Milliarden Dollar (+19,3 Prozent)
(Quelle: IDC)