»WD Purple microSD«: Western Digital bringt Speicherkarte für Videoüberwachung

Das bislang nur bei den WD-Festplatten zum Einsatz kommende Farbschema findet sich erstmals auch bei einer Speicherkarte. So soll die »WD Purple MicroSD« bereits durch den Namen anzeigen, dass sie speziell für die Videoüberwachung gedacht ist.

Zur »WD Purple«-Familie von Western Digital zählt nun auch eine Speicherkarte
(Foto: Western Digital)

Western Digital hat mit der »WD Purple microSD« nicht nur seine erste Speicherkarte mit WD-Branding vorgestellt, sondern auch die erste mit einem aus dem Festplattengeschäft bekannten Farbcode. Purple ist dort die Kennzeichnung für besonders ausdauernde Platten, die in der Videoüberwachung eingesetzt werden können und denen Dauerbetrieb, auch bei hohen Temperaturen in Sicherheitssystemen, nichts ausmacht. Genau diese Anforderungen soll auch die microSD-Karte erfüllen. Bewusst verzichtet Western Digital deshalb auf die sonst bei Speicherkarten genutzte Marke Sandisk, die zwar bei Fotografen und Drohnenpiloten einen guten Ruf hat, aber nicht unbedingt für Videoüberwachung steht. In dem Gebiet sei WD Purple dagegen fast schon eine eigene Marke und noch dazu eine, der die Leute großes Vertrauen entgegenbringen, erklärt Barber Brinkman, Senior Business Development Manager beim Hersteller, die Namenswahl im Gespräch mit CRN.

Western Digital hat bei der WD Purple microSD nicht einfach nur ein Sandisk-Modell umgelabelt. Brinkman zufolge wurde die neue Karte dediziert für die hohe Beanspruchung durch 24/7-Aufnahmen entwickelt und setzt unter anderem auf eine spezielle Firmware. Sie soll 1.000 sogenannter PE-Zyklen überstehen – das bedeutet, jede Speicherzelle kann 1.000 Mal neu beschrieben werden – und damit Video-Workloads über Jahre hinweg bewältigen. Es gibt sie in zwei Ausführungen: mit 32 und mit 64 GByte. Deren TBW-Werte gibt der Hersteller mit 32 beziehungsweise 64 TByte an. Das Videomaterial wird laut Western Digital mit bis zu 50 MBit pro Sekunde auf die Karte geschrieben.

Die WD Purple microSD ist wasserbeständig und auch Temperaturen zwischen minus 25 und plus 85 Grad Celsius sollen ihr nichts anhaben können, sodass sie problemlos auch in Überwachungskameras im Außenbereich eingesetzt werden kann. Dort dient sie beispielsweise als Notfallspeicher, falls die Netzwerkverbindung ausfällt und die Kamera ihr Material nicht mehr an den Überwachungsserver liefern kann. Daneben ist es Brinkman zufolge aber oft auch hilfreich, die Videodaten lokal zu speichern für den Fall, dass Einbrecher die zentralen Videospeicher mitgehen lassen, um ihr Werk zu vertuschen. Als drittes Einsatzszenario sieht er kurzzeitige Projekte, in denen Videoüberwachung benötigt, aber keine Netzwerkinfrastruktur aufgebaut wird.

In kompatiblen Kameras unterstützt die Speicherkarte ein Health Monitoring, um Systemadministratoren über Lebensdauer und Kapazitäten sowie eventuell notwendige Wartungsmaßnahmen zu informieren. Für die Ausführung mit 32 GByte liegt der UVP bei 21 Euro, für die mit 64 GByte bei 36 Euro. Für Systemintegratoren und Installateure bietet der Hersteller sie auch in 25er Packs an. Bei der Garantiezeit hat sich der Hersteller offenbar an den anderen Speicherkarten in seinem Portfolio orientiert und bietet zwei Jahre, während es bei den Festplatten der Purple-Reihe üblicherweise drei Jahre sind.