Gastkommentar: Der Trend zur SSD mit kleinerem DWPD-Wert

Aktuelle SSDs fürs Rechenzentrum bieten in der Regel einen DWPD-Wert zwischen eins und drei. Das ist dank der gestiegenen Kapazitäten für die meisten Anwendungen mehr als ausreichend, wie Esther Spanjer von Western Digital erklärt.

Esther Spanjer, Director Enterprise Business Development EMEA bei Western Digital
(Foto: Western Digital)

Ursprünglich stellte die SSD eine hochbelastbare Alternative zum Festplattenlaufwerk dar, die meist für wichtige oder zwischengespeicherte Daten eingesetzt wurde. Die Einführung von MLC-basierten SSDs wurde unumgänglich, als immer mehr Kunden nach einer günstigeren Alternative zu SLC-Flash-Geräten verlangten. Als die durchschnittliche Kapazität von SSDs noch bei 100 bis 200 GByte lag, war es durchaus sinnvoll, die Höchstzahl der Beschreibungen pro Tag (DWPD) als Maßstab für eine lange Lebensdauer anzulegen. Nun setzt jedoch eine Trendwende ein.

Kunden wollen Kosten minimieren, wodurch auch der DWPD-Wert absinkt. Die aktuell optimale Auslastung für SSDs im Unternehmenseinsatz liegt zwischen 1 und 3 DWPD. Ein Grund für diesen Trend ist die steigende Kapazität der SSDs, die momentan bei 8 TByte liegt und 2018 bereits 15 TByte überschreiten könnte. Ebenso werden nicht sehr dynamische Daten, die bislang auf HDDs gespeichert wurden, zunehmend auf SSDs geschrieben.

Aufgrund ihrer steigenden Kapazität kommt es auch mit niedrigen DWPD-Werten kaum zu Verschleiß, da es zunehmend seltener geschieht, dass SSDs täglich voll beschrieben werden. Geräte mit einer höheren Kapazität haben eine vergleichsweise längere Lebensdauer als solche mit geringerer Kapazität. Zudem weisen einige Anwendungen heute niedrigere Arbeitszyklen auf, was durchaus auch SSDs mit geringerer Kapazität zu einer attraktiven Option macht.

Das vergangene Jahrzehnt hat gezeigt, dass der DWPD-Wert einiger SSDs von 45 DWPD auf weniger als 0,5 DWPD abgesunken ist. Durch Anwendungen, die SSDs intelligenter nutzen, und steigende Kapazitäten können Kunden davon ausgehen, dass ein Verschleißausfall des Flash-Geräts immer unwahrscheinlicher wird. Daher sind aktuell verfügbare SSDs mit Kapazitäten von bis zu 7,68 TByte und DWPD Werten von 1 bis 3 eine perfekte SAS-SSD-Wahl für die meisten Anwendungen in Rechenzentren.