Network Functions Virtualization: Konkurrenz fürs traditionelle Netzwerk

Die Virtualisierung einzelner Netzwerkkomponenten – auf Englisch Network Functions Virtualization oder NFV – hat das Zeug, grundlegende Probleme im Netzwerk zu lösen. Es macht Service-Provider und Unternehmen flexibler bei der Einführung neuer Dienste und hilft dabei, Kosten zu sparen.

Gefahr für die Hersteller?

Für die Anbieter von Netzwerkhardware ist NFV dabei eine nicht ganz unproblematische Entwicklung. Da Kunden weniger spezifische Netzwerkhardware benötigen, greift der Ansatz ein Stück weit ihr traditionelles Kerngeschäft an. »Das ist auch gut so, denn so wird der Markt belebt und gezwungen, sich weiterzuentwickeln«, sagt NTT-Communications-Experte Massoth. Für die Hersteller von Hardware-Appliances verändere sich der Kundenstamm – von klassischen Anwenderkunden hin zu den Service-Providern. Gleichzeitig eröffne NFV den Providern neue Märkte und die Möglichkeit, Managed-Services anzubieten. »Aus unserer Sicht ist es eher eine Win-Win-Situation für Hersteller und Service-Provider als eine Verdrängung der Hersteller durch die Service-Provider«, sagt er.

»Durch NFV wie auch durch SDN verändert sich das klassische Netzwerkgeschäft. Wo vormals Hard- und Software als eine Einheit verkauft wurden, werden heute Lösungen möglich, in der Hardware und Software von unterschiedlichen Herstellern kommen können«, bestätigt auch Frank Witte von Computacenter.