CRN-Interview mit Michael Hon-Mong von Unitrends: »In vielen Firmen ist keine klare Backup-Strategie erkennbar«

Mit CRN spricht Michael Hon-Mong, Managing Director Central & Eastern Europe bei Unitrends, über typische Fehler, die Unternehmen bei der Datensicherung machen. Außerdem erklärt er, welche Vorteile Cloud-Backups bieten und warum viele Firmen noch immer auf Tape setzen.

Michael Hon-Mong, Managing Director Central & Eastern Europe bei Unitrends
(Foto: Unitrends)

CRN: Herr Hon-Mong, vor welchen Herausforderungen steht der Channel Ihrer Einschätzung nach derzeit im Backup-Bereich und was muss er tun, um diese zu meistern?

Michael Hon-Mong: Eine der Herausforderungen für den Channel ist es, überhaupt zu verstehen, wie sich der Markt im Bereich Backup aktuell verändert. Es geht nicht mehr nur um die bloße Sicherung von Daten, sondern vielmehr darum, dem Kunden eine Lösung zu bieten, die seine Daten und Anwendungen schnell, einfach und zuverlässig wederherstellen kann. Hierzu gehört auch die Validierung des DR-Plans, denn nur so kann der Kunde sicherstellen, dass seine Lösung für Disaster Recovery und Geschäftskontinuität bei Bedarf erwartungsgemäß funktioniert.

CRN: Was sind typische Fehler, die Unternehmen im Backup-Bereich machen?

Hon-Mong: Es ist wichtig zu verstehen, dass die 3-2-1-Backup-Strategie nicht veraltet ist und es auch nie sein wird. Einzig die eingesetzten Systeme ändern sich. Doch viele Administratoren kennen die Bedürfnisse der eigenen Umgebung nicht. Oft haben sie keine Kenntnisse darüber, wofür die eingesetzten Systeme zuständig sind, welche Daten sie erzeugen und welcher Bedarf bei Anwendern oder Management in Bezug auf Aufbewahrung, RTO und RPO besteht. Selbst in Unternehmen, in denen man sich der eigenen Bedürfnisse und Voraussetzungen bewusst ist, wird oft keine klare Backup-Strategie erkennbar. Sicherlich ist schlechtes Backup noch immer besser als gar kein Backup, doch spätestens nach dem ersten Angriff eines Verschlüsselungstrojaners im Netz wünscht sich jeder Administrator, mehr Vorsorge betrieben zu haben.

Viele Firmen, die vom kleinen zum mittelständischen Betrieb angewachsen sind, machen den Fehler, an der IT zu sparen. Systeme überschreiten ihre Laufzeit oder werden an anderer Stelle wiederverwertet, anstatt im Backup-Bereich sauber zu konsolidieren. Dies führt dazu, dass verschiedene, untereinander inkompatible Backup-Lösungen gleichzeitig im Einsatz sind. Den Administrator kosten diese Konstellationen viel Zeit, er verliert schnell die Übersicht und kann auf aktuelle Bedrohungen und Herausforderungen nicht korrekt reagieren.

CRN: Tape hält sich, obwohl es immer wieder totgesagt wird, als wirtschaftliches Speichermedium. Wie sehen Sie die Zukunft von Tape?

Hon-Mong: Vor 15 Jahren hieß es »Tape ist tot«, doch die Datensicherung auf Bandlaufwerken ist noch immer eine der bekanntesten Methoden. Bänder haben ihre Daseinsberechtigung, wenn die Sicherung großer bis sehr großer Datenmengen im Vordergrund steht. Dank der hohen Kapazitäten sind sie nach wie vor im Einsatz und das Handling der Bänder ist gut automatisiert.

In mittleren und kleineren Umgebungen ist der Betrieb von Bändern jedoch häufig mit viel Handarbeit verbunden. Schon jetzt gewinnen hier alternative und automatisierte Verfahren immer stärker an Aufmerksamkeit. Die Verwendung von Tape wird Schritt für Schritt zurückgehen und andere Lösungen, wie beispielsweise Cloud-Anwendungen, werden zum Einsatz kommen. Ganz verschwinden wird es das Band jedoch nicht, sei es aus nostalgischen Gründen langjähriger Administratoren oder beim Handling der Daten von Spezialanwendungen. Daher wird es mit der Unitrends Recovery Series auch weiterhin unterstützt.

Übersicht