Einsparungen von einer halben Million Euro jährlich: Neue Kältetechnik für das Datacenter von BT

BT Germany hat in seinem Datacenter in Frankfurt die Kühltechnik komplett erneuert und es dadurch wesentlich energieeffizienter gemacht. Dank der Kältemaschine »Turbocore« des Energiemanagement-Spezialisten Schneider Electric spart BT nun jährlich Stromkosten von einer halben Million Euro ein.

Neue Kühltechnik gesucht

»Unsere Hauptaufgabe bei BT lag im Umbau der 2.700 Quadratmeter Rechenzentrumsfläche – und zwar im laufenden Betrieb durch Parallelaufbau und einer exakten Planung der Abläufe«, erinnert sich Bit-Vertriebsleiter Jörg Urbaniak. BT Germany hatte die Modernisierung seines Rechenzentrums projektiert, da das Telekommunikationsunternehmen das bis zu jenem Zeitpunkt verwendete, ozonschädigende und ab 2020 verbotene Kältemittel R22 (Chlordifluormethan) nicht länger einsetzen und gleichzeitig die Energieeffizienz verbessern wollte. »Wir haben dann zusammen mit den IT-Verantwortlichen bei BT beschlossen, die komplette Kühltechnik auf einen neuen Stand der Technik zu bringen.«

Das Ziel: die drei Betriebsmodi Freikühlbereich, Mischbetrieb und Kompressionsbereich so effektiv wie möglich zu gestalten und einen idealen Betriebspunkt automatisiert und abhängig von der IT-Last und Außentemperatur zu ermöglichen. »Das Problem mit der Kühlung in Rechenzentren ist, dass in der Regel immer mehr Maschinenleistung installiert wird, als man eigentlich braucht. Es steht Technik aus Gründen der Redundanz zusätzlich zur Verfügung, die gar nicht genutzt wird«, weiß Bit-Vertriebsleiter Urbaniak. Hinzu kommt, dass nach den Worten des Projektverantwortlichen gängige Kältemaschinen »im unteren Leistungsbereich einen schlechten, im oberen einen normalen Wirkungsgrad haben«.

Dieser Umstand war für Urbaniak und sein Team Grund genug, sich vor der Anpassung der Elektrotechnik und dem Neubau der Rohrtrassen nach geeigneten Kältemaschinen für die Optimierung des BT Datacenters umzusehen. Die Wahl fiel schließlich auf den Turbocore, eine ursprünglich vom Cooling-Spezialisten Uniflair stammende Kältemaschine. Nach der Übernahme des italienischen Herstellers hat Schneider Electric sie weiterentwickelt.

Anders als das Gros der Kälteanlagen zeichnet sich der Turbocore laut Urbaniak vor allem dadurch aus, dass im oberen Leistungsbereich ein normaler, im unteren Bereich ein extrem guter Wirkungsgrad erreicht werden kann. »Der geringe Anlaufstrom macht die Maschine interessant für die Kühlung in Rechenzentren«, so der Bit-Vertriebsleiter. Anders als andere Maschinen, die beim Start viel Last verursachen, startet der Turbocore mit wenig Strom, bis der Betriebspunkt erreicht ist. Der positive Nebeneffekt: Die elektrische Verteilung kann kleiner gewählt werden, während gleichzeitig Reserveleistung zur Verfügung steht. »Das war wichtig, weil die bisherige Trafoleistung mit rund 95 Prozent fast völlig ausgereizt war und es sehr viel Geld gekostet hätte, die Stromversorgung zu vergrößern.« Auch ein Dieselgenerator für erhöhte Stromverbräuche nach einem Netzausfall wurde hinfällig.