»Wir wollen immer die Nummer eins sein«: Dell schließt EMC-Übernahme ab

Elf Monate, nachdem Dell ankündigte, EMC übernehmen zu wollen, ist aus den beiden Unternehmen ein neuer IT-Riese entstanden. Der muss nun aber erst einmal zusammenwachsen, bevor er die »unvorstellbaren Möglichkeiten« nutzen kann, die ihm die digitale Transformation und das eigene Lösungsportfolio bieten.

40 Milliarden Dollar neue Schulden

EMC verschwindet dagegen von der Börse. Die EMC-Anteilseigner erhalten für jede ihrer Aktien 24,05 Dollar sowie 0,11146 sogenannte Tracking Stocks für die Beteiligung von EMC an VMware. Diese Anteile können seit gestern unter dem Kürzel »DVMT« an der New Yorker Börse gehandelt werden – den ersten Tag schlossen sie mit einem Kurs von 48 Dollar ab. Insgesamt hatte die Übernahme von EMC damit ein Volumen von knapp 58 Milliarden Dollar – deutlich weniger als die zunächst veranschlagten 67 Milliarden Dollar, nachdem vor allem der Kurs von VMware nach der Ankündigung im vergangenen Herbst spürbar gesunken war.

Für die Übernahme machten Dell und Investor Silver Lake mehr als 40 Milliarden Dollar neue Schulden. Zudem verkaufte Dell bereits im Vorfeld einige Geschäftsbereiche: Das Service- und Beratungsgeschäft der 2009 zugekauften Perot Systems ging für 3 Milliarden Dollar an NTT, die Software-Sparte für eine unbekannte Summe an die Investoren Francisco Partners und Elliott Management. In dieser hatte Dell nicht nur Kace, Quest und Statistica versammelt, sondern auch das Security-Geschäft der früheren Sonicwall.

Damit verlor Dell zwar einiges an Software- und Security-Knowhow. Allerdings verblieben die Endpoint-Sicherheitslösungen und der Security-Spezialist Secureworks im Unternehmen. Zudem holt man sich mit EMC keinen reinen Hardware-Anbieter, sondern einen der größten Software-Hersteller der Welt ins Haus. Die Verkäufe dürften aus Portfoliosicht also zu verschmerzen sein. Dementsprechend überzeugt zeigte sich auch Infrastruktur-Chef Goulden, die »unvorstellbaren Möglichkeiten« der digitalen Transformation mit Dell Technologies nutzen zu können.

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