»Wir wollen immer die Nummer eins sein«: Dell schließt EMC-Übernahme ab

Elf Monate, nachdem Dell ankündigte, EMC übernehmen zu wollen, ist aus den beiden Unternehmen ein neuer IT-Riese entstanden. Der muss nun aber erst einmal zusammenwachsen, bevor er die »unvorstellbaren Möglichkeiten« nutzen kann, die ihm die digitale Transformation und das eigene Lösungsportfolio bieten.

Tochterunternehmen bleiben eigenständig

Innerhalb von Dell Technologies wird es drei Geschäftsbereiche geben. Die wenigsten Änderungen dürfte die Dell Client Solutions Group erfahren, der weiter Jeff Clarke vorsteht und in der PCs, Notebooks, Tablets, Monitore, Drucker sowie die Endpoint-Sicherheitslösungen beheimatet sind. In der Dell EMC Infrastructure Solutions Group wird das Cloud- und Rechenzentrumsgeschäft von Dell und EMC unter der Führung von David Goulden vereint, der bislang CEO von EMC Information Infrastructure war. Neben den Netzwerk-, Server- und Storage-Produkten sowie den Hybrid Cloud- und Big Data-Lösungen finden sich in der Sparte auch RSA Security und der Cloud-Spezialist Virtustream wieder.

Unterstützt werden Dell Client Solutions und Dell EMC Infrastructure von Dell EMC Services, der unter Führung von Howard Elias stehenden Service-Organisation des Unternehmens. Parallel dazu sollen Pivotal, Secureworks und VMware als eigenständige Firmen unabhängig vom Mutterkonzern operieren. So sollen sie flexibel und schnell auf die Anforderungen ihrer jeweiligen Märkte reagieren können.

Struktur von Dell Technologies

Schnell und flexibel – das soll laut Michael Dell auch der Rest des Unternehmens sein, selbst wenn Hersteller mit zunehmender Größe oft träge werden. »Wir suchen immer nach Wegen, agiler zu werden«, versprach der Dell-Gründer. Einen großen Vorteil für sein Unternehmen sieht er in der Tatsache, dass es nicht (mehr) an der Börse gelistet ist. »Bei uns gibt es keine kurzfristigen Ziele und Entscheidungen«, versprach er. »Wir haben uns vom Zyklus der 90-Tage-Reports verabschiedet und können in Dekaden denken.«

Für die Töchter Boomi, RSA und Secureworks will Dell auch künftig keine Ergebnisse veröffentlichen, damit sie ungestört operieren können. Für Dell Client Solutions und Dell EMC Infrastructure ist dagegen geplant, regelmäßig zumindest einige Zahlen vorzulegen, damit sich Kunden und Partner von der Geschäftsentwicklung überzeugen können. Das komplette Paket mit allen Finanzinformationen wird es künftig nur von VMware geben, das als einziges Unternehmen im Firmenverbund weiterhin börsennotiert und daher dazu verpflichtet ist.

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