AVM-Vertriebsleiter Ulrich Müller-Albring im CRN-Interview: »Mehr Absatz durch Ab­schaffung des Router-Zwangs«

Im Gespräch mit CRN erläutert Ulrich Müller-Albring, Geschäftfsführer Vertrieb bei AVM, wie der Fachhandel vom neuen WLAN-Standard 802.11ac Wave 2, von LTE-Geräten und der Abschaffung des Router-Zwangs profitiert.

CRN-Redakteur Daniel Dubsky im Gespräch im Ulrich Müller-Albring, Geschäftsführer Vertrieb bei AVM
(Foto: CRN)

CRN: Herr Müller-Albring, AVM hat mit der »Fritzbox 4080« ein neues Flaggschiff-Modell vorgestellt, das WLAN nach 802.11ac Wave 2 unterstützt. Wie verbreitet sind eigentlich schon Client-Geräte für diesen Standard?

Müller-Albring: Die kommen jetzt nach und nach auf den Markt. Sie müssen aber sehen, dass nicht nur neue Geräte von dem Standard profitieren, sondern auch ältere. Das liegt daran, dass die WLAN-Clients statt sequentiell nun gleichzeitig bedient werden können. Das bringt eine dedizierte Performance-Steigerung, weil vor dem Access-Point weniger Stau existiert. Somit gibt es einen Vorteil vom ersten Tag an, selbst wenn noch keine neuen Geräte im Einsatz sind. Die Verbraucher werden die deutliche Performance-Steigerung spüren.

CRN: Ist das also ein Thema, auf das der Handel ganz explizit setzen sollte?

Müller-Albring: Das tut er schon. Der Channel setzt immer auf neueste Technologien und auf den Austausch beim Kunden. Auf der CeBIT hatten wir eine ganz hervorragende Resonanz vom Channel.

CRN: Mit der »Fritzbox 6820 LTE« gibt es auch ein neues LTE-Modell. Wie groß ist der Markt für solche Geräte?

Müller-Albring: Der Markt ist in Ordnung, aber sicherlich noch etwas verhalten. Betrachtet man die Prognosen aus der Anfangszeit von LTE, als die Technik als Festnetzersatzprodukt von einzelnen Carriern sehr stark promotet wurde, dann haben sich diese nicht erfüllt. Bei den sogenannten White Spots, den zehn Prozent unterversorgten Gebieten, zeigen sich die positiven Auswirkungen des Wettbewerbs: Stellt ein Anbieter einen LTE-Mast auf, zieht ein anderer ein Kabel dorthin. Am Ende profitiert der Verbraucher, weil er schnelleres Internet bekommt. Aber der Markt für LTE-Router hat sich letztlich nicht so entwickelt wie gedacht. Dennoch gibt es ein interessantes Absatzpotenzial.

CRN: Wie ist das Feedback der Händler?

Müller-Albring: Von denen kam die starke Forderung, mit den Festnetzersatzprodukten nicht nur 4G, also den LTE-Standard zu unterstützen, sondern auch 3G. Mit der 6820 haben wir das umgesetzt und bieten sogar ein Fallback bis runter zu 2G. Diese Fritzbox für den mobilen Einsatz wird im Sommer auf den Markt kommen.

CRN: Meinen Sie mit »mobilem Einsatz« auch bewegte Fahrzeuge?

Müller-Albring: Selbst das ist möglich. Es gibt ja den einen oder anderen Omnibusbetreiber, der solche Geräte integriert. Hauptsächlich sehen wir aber den stationären Einsatz in unterversorgten Gebieten, wo Funktechnologien genutzt werden, um an schnelles Internet heranzukommen.

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