Neue Partner gesucht: Dell will im Netzwerk wachsen

Nach dem Rückkauf baut Michael Dell sein Unternehmen zum Lösungsanbieter um. Während der Neuaufstellung viele Arbeitsplätze zum Opfer fallen dürften, könnte die Netzwerksparte davon profitieren, gehört sie doch aktuell zu den Wachstumstreibern für Dell.

Das Netzwerkgeschäft wird für Dell immer wichtiger, Foto: Dell

Der Abschied Dells von der Börse ist vollzogen, der IT-Riese befindet sich mittlerweile wieder im Besitz seines Gründers Michael Dell. Dem verordneten Komplettumbau vom PC-Fertiger zum Lösungsanbieter steht damit nichts mehr im Wege. Während dieser Medienberichten zufolge einigen der rund 110.000 Dell-Mitarbeiter den Arbeitsplatz kosten dürfte, könnte der eine oder andere Geschäftsbereich von der Neuaufstellung auch unmittelbar profitieren. Zu den Gewinnern dürfte der Bereich Server & Networking gehören, der seit zehn Quartalen in Folge gewachsen ist. Im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2014 erzielte Dell mit Servern und Netzwerk-Equipment einen Umsatz von 2,89 Milliarden Dollar, im Vergleichsquartal des Vorjahres waren es dagegen noch 2,62 Milliarden.

Insbesondere das Netzwerkgeschäft gewinnt bei Dell bereits seit längerem Schritt für Schritt an Bedeutung. Zwar hat der texanische Hersteller bereits seit gut zehn Jahren eigene Netzwerk-Produkte im Portfolio. Erst mit der Übernahme von Force 10 im Jahr 2011 ist das Netzwerkgeschäft allerdings stärker in den Fokus der Unternehmensstrategie gerückt. »Networking spielt jetzt eine zentrale Rolle«, sagt Michael Schnappinger, Network Sales Engineer, Dell Enterprise Solutions, Networking. Während das Netzwerkgeschäft lange nur ein kleiner Bereich mit weltweit gerade einmal 85 Mitarbeitern in der Business Unit Storage war, gibt es mittlerweile eine eigenständige Networking-BU mit einem General Manager und 1.100 Angestellten.

Auf der Dell World in Austin hat der IT-Riese erst im Dezember sein komplett überarbeitetes Networking-Portfolio vorgestellt. Im Mittelpunkt standen dabei die 1-GbE- und 10-GbE-Switches der N-Serie für den Ausbau von Campus-Netzwerken und neue Gigabit Wireless Access Points der W-Serie. Das Netzwerk sieht Dell dabei vor allem als Verbindungsglied zwischen den verschiedenen Bereichen seines Portfolios und damit als sinnvolle Ergänzung seines recht breiten Produktangebots. »Es gibt nicht viele Hersteller, die ein so großes Portfolio haben. Das ermöglicht es uns, End-to-End-Lösungen anzubieten«, betont Michael Schnappinger.

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