Schwerpunkte

Computer Reseller News - Ausgabe 28/2012

Woche der Razzien

12. Juli 2012, 10:58 Uhr   |  Martin Fryba

Woche der Razzien

Ermittler jagen Steuerbetrüger - Auch IT-Firmen sind in Umsatzsteuerbetrügereien verwickelt. Dieses und weitere Themen lesen Sie in der neuen CRN.

©

Editorial

Diese Ausgabe der Computer Reseller New hätte ein Polizeibericht werden können. Wahlweise hätten wir uns auch für ein Boulevard-Format mit Bildern von vermeintlichen und echten Fälscherwerkstätten, von Disti-Lagern, verhafteten Vertriebsleitern, durchwühlten Wohnzimmern oder beschlagnahmten Arbeitsmitteln entscheiden können. Zwei kleine Händler von Gebrauchtsoftware bekamen am Dienstag vergangener Woche Besuch von der Kripo, die wegen eines Anfangs(!)-Verdachts der gewerbsmäßigen Kennzeichenverletzung einschritt und deren Geschäfte gleich lahm legte. Das passierte nur wenige Stunden nachdem der Europäische Gerichtshof die Rechtmäßigkeit des Wiederverkaufs von Software verkündet hatte (siehe Seite 10). Zwei Tage später dann in Hessen: Die Polizei schließt die »Produktionsstätte« eines Plagiators von Druckerpatronen. Der spektakulärste Fall allerdings ereignete sich bereits vor einigen Wochen. Wieder einmal ist auch die IT-Branche in einen großen europaweiten Umsatzsteuerbetrug verwickelt.

Während die Staatsanwälte noch ermitteln, erreichte die Redaktion ein anonymes Schreiben. Wir sprachen sowohl mit den beiden von Microsoft angezeigten Softwarehändlern als auch mit den in den Steuerbetrug involvierten Distributoren. Die Fälle sind in der Sache und Tragweite höchst unterschiedlich, weshalb wir die Ermittlungsverfahren gegen die beiden Softwarehändler weiter beobachten werden, den Umsatzsteuerbetrug allein schon wegen seiner Dimension in dieser Ausgabe ausführlicher darstellen (siehe Titelgeschichte).

Wer in die Mühlen der Ermittler gerät, ob zu recht oder vielleicht nur aus Zufall, dessen Ruf und Reputation kann Schaden nehmen. Mein Stellvertreter, Peter-August Schulte, entschied sich dagegen, die bei solchen Berichten üblichen Namen der Beschuldigten und der Firmen auch in nur anonymisierter Form zu nennen. In unserer Branche auch nur den ersten Buchstaben des Nachnamens eines involvierten Vertriebsleiters abzudrucken, würde bedeuten, dass wir ihn gleich mit einem Foto ablichten könnten.

Mit den besten Grüßen

Martin Fryba
CRN-Chefredakteur

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Ermittler jagen Umsatzsteuerbetrüger in der IT-Branche