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Sachverständige warnen vor »Skimming«

Verdopplung der Manipulationsfälle an deutschen Geldautomaten

20. April 2010, 11:20 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Verdopplung der Manipulationsfälle an deutschen Geldautomaten

Typischer Fall eines manipulierten Skimming-Geldautomaten. (Bild: Polizei Thüringen)

Der Bund der Sachverständigen BVS warnt vor zunehmendem Betrug mit manipulierten Geldautomaten. Von 2007 auf 2008 verdoppelten sich die gemeldeten Fälle in Deutschland, der Gesamtschaden belief sich weltweit auf mehr als eine Milliarde US-Dollar. Die Banken lassen ihre Kunden dabei oft im Regen stehen.

Der Betrug mit manipulierten Geldautomaten, dem so genannten »Skimming«, nimmt stetig zu. Und obwohl das Thema in den vergangenen Jahren immer wieder eine hohe mediale Aufmerksamkeit erfahren hatte, hat sich an der Sicherheit der Automaten nicht viel geändert. Der Bundesverband der öffentlich bestellten und vereidigten sowie qualifizierten Sachverständigen e.V. (BVS) warnt deshalb jetzt eindringlich davor, das Problem zu unterschätzen.

Der weltweit durch Skimming entstandene Schaden belief sich 2008 auf insgesamt rund 1 Mrd. US-Dollar. Mit rund 500 Mio. Euro entfiel mehr als die Hälfte davon auf EU-Länder. Der in Deutschland bei knapp 10.000 offiziell registrierten Fällen entstandene Schaden betrug 40 Millionen Euro und ist damit im Vergleich zum Vorjahr um über 105 Prozent gestiegen. Aktuelle Zahlen für das Jahr 2009 werden im Sommer erwartet. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Zahl der Betrugsfälle und der entstandene Schaden erneut in ähnlichem Maße gewachsen sind. Da die Technik überall problemlos zu beschaffen ist, wird sich das Problem ihrer Ansicht nach in den nächsten Monaten eher noch verschärfen.

Die Kriminellen installieren beim Skimming ein zusätzliches Kartenlesegerät vor dem entsprechenden Schacht des Geldautomaten, das die Daten des Magnetstreifens ausliest. Mittels einer kleinen Kamera über dem Tastaturfeld oder einer aufgesetzten Tastaturmatte greifen sie schließlich noch die zugehörige die PIN ab. Mit diesen Informationen können sie anschließend selbst Magnetstreifenkarten herstellen, mit denen vom ausgespähten Konto Geld abgehoben werden kann, bis das Opfer oder seine Bank das Konto sperren.

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1. Verdopplung der Manipulationsfälle an deutschen Geldautomaten
2. Verfügbare Störmodule werden nicht genutzt
3. Banken »fördern« Kriminelle
4. Praxis-Tipps gegen Skimming

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