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03. November 2008, 09:25 Uhr   |   | Kommentar(e)

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Netgear ProSafe GS724AT – Der 24-Port-Gigabit-Smart-Switch tut eine Menge mehr, als lediglich Netzwerksegmente miteinander zu verbinden. Er bringt zusätzliche Sicherheit ins Data-Center, ist fehlertolerant und nutzt die Bandbreite effizient.

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Netzwerk-Switches sind unscheinbare Geräte. Sie sitzen im Rack und verbinden Netzwerksegmente. Generell schenkt ihnen niemand viel Aufmerksamkeit – solange sie funktionieren. Switches, die mehr am oberen Ende des Leistungsspektrums angesiedelt sind, tun allerdings doch einiges mehr, als nur Netzwerkverkehr von einem Segment in ein anderes zu leiten. So einen Switch hat Netgear im Angebot. Der Prosafe-GS724AT demonstriert, wie reich an Features der gemeine Switch inzwischen geworden ist.

Zum Test lieferte Netgear ein Paket mit folgendem Inhalt: das Gerät, Gummifüße für die Auf-Tisch-Installation, ein Netzkabel, ein 19-Zoll-Einbauset, eine Smart-Switch-Ressourcen-CD und Garantie-/Support-Informationen.

Der Switch ist werkseitig für die Nutzung von DHCP konfiguriert, womit er in einem funktionierenden Netzwerk sofort einsatzbereit ist. Ist kein DHCP-Server erreichbar, nutzt er eine fest codierte IP-Adresse – sehr bequem fürs Setup. Der GS724AT ist mit 3,1 kg ein Leichtgewicht und passt mit seinen 43 x 440 x 205 cm auch in volle Racks.

Das Gerät besitzt einen eingebauten Web-Server und Management-Software. Auf der Ressourcen-CD befindet sich ein Smart-Wizard, der den angeschlossenen Switch erkennt. Tatsächlich fand der Wizard den GS724AT sowie zwei weitere Switches im Testnetzwerk. Nach der Geräteentdeckung bietet die Managementkonsole mehrere Konfigurationsoptionen: Konfigurationseinstellungen, Passwortänderung, Web-Zugriff, DHCP-Refresh und Discover.

Die Web-Zugriff-Option öffnet die Konsole im Browser und bietet dem Administrator Zugriff auf unzählige Administrationsaufgaben. In der System-Registerkarte konfiguriert er den Systemnamen, den Standort und Kontaktinformationen. Es gibt auch eine Einstellung für Jumbo-Frames. Ist sie aktiviert, leitet der Switch Ethernet-Frames weiter, die größer als 1500 Bytes sind. Dieser Bereich der Managementschnittstelle dient auch zur Einstellung der Idle-Timeout-Periode, von IP-Informationen und der SNTP-Server-Definition. Die Managementkonsole bietet eine grafische Repräsentation des Switches, die den Led-Status und die Port-Nutzung zeigt. So kann der Administrator den Switch »sehen«, selbst wenn er sich an einem Remote-Standort befindet.

Richtig glänzen tut der GS724AT mit seinen erweiterten Features und der einfachen Konfiguration derselben. Getestet wurden unter anderem die SNMP-Monitoring-Fähigkeiten. Die Schnittstelle machte es sehr einfach, dieses Feature aufzusetzen. Der Switch unterstützt SNMP V1, V2 und V3. Getestet wurde mit V1. Zu definieren war lediglich eine Netzwerkmaschine, zu der SNMP-Traps gesendet werden konnten. Zur Betrachtung eingefangener Netzwerkinformationen eignen sich viele Applikationen von Drittherstellern, beispielsweise Wireshark.

Der Switch kann auch LLDP nutzen, um Switches anderer Hersteller im Netzwerk zu entdecken und zu verwalten, vorausgesetzt diese Geräte unterstützen ebenfalls LLDP. Ein Feature namens Link-Aggregated-Groups, kurz LAG, erlaubt eine virtuelle Port-Aggregation. Dies multipliziert die Bandbreite und bietet Link-Redundanz für mehrfache Geräte und Load-Balancing.

Mit Hilfe von Ixias Chariot-Utility wurden in einem 100-MBit/s-Ethernet einige Durchsatztests durchgeführt. Am Switch waren dazu der Desktop-Client, eine weitere Arbeitsstation und der Server angeschlossen. Die Resultate waren beeindruckend. Beim Single-Direction/One-Pair-Test erreichte der Switch eine Durchschnitt von 90 MBit/s, beim bidirektionalen Test mit 100 Transaktionen pro Sekunde einen Durchschnitt von 90,136 MBit/s.

Das Gerät bietet einige Sicherheitsoptionen. Es unterstützt Radius und Tacacs+, und für 802.1x lässt sich Port-Authentifikation einstellen. Das Support-Feature enttäuschte jedoch: Ein Klick auf die entsprechende Registerkarte führt zu einer Knowledge-Base und einem Online-Manual. Die Eingabe von Begriffen wie LLDP, SNMP und LAG im Suchfeld – alles Features des Switches – brachte jedoch keine Resultate.

dj@networkcomputing.de

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