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Neue Geschwindigkeitsrekorde im Mobilfunk

27. März 2008, 13:11 Uhr   |  Bernd Reder

Neue Geschwindigkeitsrekorde im Mobilfunk

Multimedia-Smartphones wie das Xperia X1von Sony-Ericsson unterstützen sowohl Edgeals auch HSDPA/HSUPA. Das X1 soll in derzweiten Jahreshälfte auf den Markt kommen.

Kurz vor Beginn der Fachmesse CTIA Wireless in Las Vegas zeigen Netzausrüster und Carrier, wohin die Reise beim Mobilfunk geht. Nokia Siemens Networks etwa hat die Datenrate bei »Edge«-Technik auf 592 kBit/s verdoppelt.

Neben Nokia Siemens Networks (NSN) haben auch Ericsson und der japanische Netzbetreiber NTT Docomo Tests mit neuen Mobilfunkverfahren durchgeführt.

Doch zuerst zu NSN: Das finnisch-deutsche Joint-Venture hat mit »Dual Carrier Edge« eine Software vorgestellt, welche die Datenraten von Edge (Enhanced Data Rates for GSM Evolution) auf 592 kBit/s verdoppelt. Das Software-Upgrade für die Mobilfunksysteme von NSN soll im dritten Quartal zur Verfügung stehen. Laut NSN sind zusätzliche Erweiterungen für Edge in Vorbereitung. »EGPRS 2« soll das Herunterladen von Daten mit 1,2 MBit/s und das Versenden mit 473 kBit/s erlauben.

Der »Charme« von Edge besteht darin, dass das Verfahren auch in GSM-Netzen funktioniert. Zwar müssen die Übertragungssysteme angepasst werden. Doch das ist nicht so aufwändig wie die Umstellung auf ein UMTS-/3G-Netz. Damit kommt Edge für Regionen in Frage, in denen keine UMTS-Abdeckung vorhanden ist.

Alternative: HSDPA und HSUPA

Parallel dazu bauen die Netzbetreiber ihre 3G-Netzen aus. Beim Herunterladen von Daten kommt HSDPA (High-Speed Downlink Packet Access) zum Zuge. Es bietet derzeit Bandbreiten von 7,2 MBit/s, künftig von 14,4 MBit/s. Auf der CeBIT zeigte Vodafone ein Testsystem mit 28,8 MBit/s und einer Upload-Rate von 2 MBit/s.

Die dazu passende Uplink-Technik ist HSUPA (High Speed Upstream Packet Access) bietet derzeit bis zu 2 MBit/s für das Versenden von Informationen.

Ericsson mit 42 MBit/s über 3G-Netze

Auf der CTIA Wireless, die vom 1. bis 3. April stattfindet, wird Ericsson eine HSDPA-/HSUPA-System zeigen, das eine Übertragungsrate von bis zu 42 MBit/s erlaubt. Möglich macht es die Kombination des Modulationsverfahrens 64QAM und MIMO-Antennen (Multiple In, Multiple Out). Im Lauf des Jahres will der schwedische Hersteller Produkte vorstellen, die auf diesen Techniken basieren.

Laut Ericsson setzen derzeit 185 Mobilfunk-Carrier in 80 Ländern High-Speed-Packet-Access ein (HSPA). Das Kürzel steht für beide Techniken, also HSDPA und HSUPA.

Der nächst Schritt: LTE

Der nächste Schritt im Bereich Mobilfunk steht etwa 2010 an. Dann soll der Nachfolger von UMTS fertig sein. »Long Term Evolution« (LTE) soll Datenraten von mehreren 100 MBit/s beim Herunterladen bieten.

Der japanische Netzbetreiber NTT Docomo will ebenfalls auf der CTIA Wireless Details zu einem Test mit LTE bekanntgeben. Dabei wurden Daten mit 250 MBit/s auf ein Mobilgerät heruntergeladen.

Derzeit prüfen die Techniker der Firma, wie es um das Weiterreichen von LTE-Mobilfunkverbindungen (Hand-over) von einer Basisstation zu einer anderen bestellt ist. Außerdem analysiert NTT Docomo das Verhalten von »echten« Anwendungen innerhalb von Gebäuden und im Freien.

Der japanischen Mobilfunk-Netzbetreiber will seinen Kunden LTE ab 2010 anbieten. Auch andere führende Netzbetreiber, darunter Vodafone, T-Mobile, Verizon Wireless und China Mobile, planen, die Technik zu implementieren.

Wann LTE in Deutschland zur Verfügung stehen wird, steht noch nicht fest. Es ist davon auszugehen, dass dies nach 2010 der Fall sein wird.

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