Schwerpunkte

Schwache Geschäftsentwicklung

NetOnNet scheitert in Deutschland

08. Mai 2007, 08:41 Uhr   |   | Kommentar(e)

Seit rund sieben Jahren war NetOnNet auf dem deutschen Markt aktiv. Unzufriedenheit mit der Geschäftsentwicklung hat nun dazu geführt, dass sich der größte schwedische Etailer mit sofortiger Wirkung aus Deutschland zurückzieht.

Wer die Homepage des Etailers Net- OnNet besucht, findet statt dem Onlineshop derzeit nur die lapidare Mitteilung, das schwedische Unternehmen habe zum 1. Mai sein Angebot in Deutschland, zu dem auch zwei Lagergeschäfte gehörten, beendet – ein für die hiesigen Geschäftspartner überraschender Schritt: So beklagt der für die Abwicklung des Online-Angebots von NetOnNet zuständige Vermarkter Zanox in einer E-Mail, der Rückzug sei dem Unternehmen nicht rechtzeitig mitgeteilt worden. Dennoch bemüht sich Zanox um Beruhigung und versichert, »alle generierten und ausstehenden Provisionen werden im Mai ausgezahlt«. Anders als die deutschen Geschäftspartner von NetOnNet wurden schwedische Investoren und Medienvertreter bereits Ende Februar über den geplanten Rückzug unterrichtet. »Unsere Aktivität in Deutschland hat nicht die anvisierten Ziele erreicht «, so Unternehmenschef Anders Halvarsson in einer Pressemitteilung. Daher sei es sinnvoll, sich aus dem deutschen Markt zurückzuziehen.

Der nach eigenen Angaben größte schwedische Etailer Net- OnNet war in Deutschland bereits seit September 2000 mit einem Online-Angebot vertreten und hatte in den vergangenen Jahren in München und Nürnberg Lagershops eröffnet. Das Unternehmen setzte vor allem auf Billigangebote, konnte auf dem Markt aber dennoch nur sehr schwer Fuß fassen. In den ersten neun Monaten des noch laufenden Geschäftsjahres 2006/ 07 habe NetOnNet in Deutschland bei einem Umsatz von 21 Millionen Euro einen Verlust in Höhe von 2,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Trotz erwarteter Kosten für die Geschäftsaufgabe von rund zwei Millionen Euro habe sich das Unternehmen, das hierzulande zuletzt 40 Mitarbeiter beschäftigte, daher für den Rückzug entschieden, so Firmenchef Halvarsson.

Nach wie vor aufrechterhalten werden soll dagegen das erst vor kurzem gestartete Engagement von NetOnNet in Norwegen. Wie auf dem schwedischen Heimatmarkt sehe man auch hier großes Potenzial für ein solides Geschäftswachstum. Das Scheitern des skandinavischen Etailers im gleichermaßen umkämpften wie margenschwachen deutschen Online- Handel ist damit ein weiterer Schritt auf der von nahezu allen Wettbewerbern erwarteten Konsolidierung des Marktsegments.

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