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Streit um China-Expansion von Media-Saturn

Metro als Bremser abgestempelt

03. Dezember 2012, 17:36 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)

Metro als Bremser abgestempelt

Übernahmem, am liebsten gleich 100 Filialen und mehr, so stellt sich Erich Kellerhals die China-Expansion vor (Foto: MSH)

Der MSH-Mutterkonzern Metro ist seinen Gesellschafter Erich Kellerhals los, doch leider nur beim gemeinsamen Projekt China-Expansion. Der ungeliebte Miteigentümer bei Media-Saturn schreibt ein weiteres Kapital der bayerisch-rheinischen Version von Denver-Clan.

Erich Kellerhals findet Gefallen am inszenierten, öffentlich ausgetragenen Streit – der Mitbegründer von Media-Saturn und Minderheitsgesellschafter steigt aus der gemeinsam mit der Metro gegründeten Gesellschaft aus, die Europas größte Elektronikkette auch in China etablieren soll. Kellerhals wirft dem Metro-Management mangendes unternehmerisches Handeln und Kurzsichtigkeit vor, weil es seinen Akquisitionsplänen offenbar nicht folgen will, nicht folgen kann, muss man dazusagen. Der 73-Jährige würde am liebsten einen lokalen Retailer mit über 100 Filialen in China übernehmen, um in China schnell voranzukommen. Dass Metro dieses kapitalintensive Investment derzeit nicht tragen kann, weiß Kellerhals zu gut. Er kennt die aktuellen Bilanzen der Metro, die für MSH schlecht ausfallen. Die schwache Konjunktur, vor allem im Süden Europas, macht Media Markt und Saturn zu schaffen. In den ersten neun Monaten 2012 rutschte die Gruppe mit drei Millionen Euro Ebit in die roten Zahlen, im Vorjahr stand noch ein Ebit-Gewinn von 157 Millionen Euro in den Büchern. Entsprechend reduzierte der Konzern seine Investitionen, von 310 Millionen Euro auf aktuell 197 Millionen Euro in den ersten drei Quartalen 2012.

Der Konzern setzt eher auf einen vorsichtigen Ausbau seines Asiengeschäft, das er gemeinsam mit dem chinesischen Partner Foxconn betreibt. Sieben Filialen rund um Shanghai, sind Kellerhals dagegen viel zu wenig. Erst 100 Millionen Euro Umsatz in den ersten neun Monaten 2012 kommen aus China.

Man müsse rasch und offensiv expandieren, »es gibt nur die Wahl, entweder ganz oder gar nicht mitzumischen«, ließ Kellerhals öffentlich mitteilen. Während sich der betagte Kellerhals als dynamischer Unternehmer geriert, schiebt er die Manager in den Zentralen der Metro und MSH in die Rolle der Bedenkenträger und Bremser und deutet weiteres Störfeuer an: Er werde sich künftig ganz auf das Europa-Geschäft von MSH konzentrieren, teilte Kellerhals mit. Die Medien freuen sich schon auf die Fortsetzung der mehrteiligen bayerisch-rheinischen Version von Denver-Clan.

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