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Machtkampf um Media Saturn

Media/Saturn-Gründer verklagt Metro

21. März 2011, 12:30 Uhr   |  Matthias Hell

Media/Saturn-Gründer verklagt Metro

MSH-Gründer Erich Kellerhals auf einer Aufnahme aus dem Jahr 2010

Media Saturn-Gründer Erich Kellerhals hat eine Anfechtungsklage gegen den Mehrheitseigner Metro eingereicht: Der Handelskonzern versuche die Veto-Rechte der MSH-Gründer auszuhebeln. Darüber hinaus sieht Kellerhals auch die dezentrale Aufstellung der Retailkette bedroht.

Nachdem sich die mehrheitlich zum Handelskonzern Metro gehörende Media Saturn Holding (MSH) sonst gerne verschwiegen gibt, ist ein Machtkampf zwischen dem MSH-Gründer Erich Kellerhals und der Metro-Führung nun in aller Öffentlichkeit entbrannt. Vor dem Landgericht Ingolstadt hat Kellerhals gegen Metro eine Anfechtungs- und Nichtigkeitsklage eingereicht. Kellerhals, der an der Retailkette weiterhin einen Anteil von 21,62 Prozent hält, wirft dem 75-prozentigen Mehrheitseigner Metro vor, vereinbarte Veto-Rechte der MSH-Gründer aushebeln zu wollen.

Wie der 71-jährige gegenüber der FAZ berichtet, seien den MSH-Gründerfamilien Kellerhals und Stiefel 1988 beim Verkauf der Firmenmehrheit an Kaufhof (das später selbst an Metro ging) weitreichende Veto-Rechte zugesichert worden. So müsse jede neue Markteröffnung von den MSH-Gründern genehmigt werden und könnten auch die – jeweils mit zehn Prozent an ihrem Markt beteiligten – Filial-Geschäftsführer nur mit deren Zustimmung eingestellt werden. Kellerhals wirft nun Metro-Chef Eckhard Cordes vor, sich über die vertraglich zugesicherte Sperrminorität hinwegsetzen zu wollen. »Herr Cordes weigert sich sich, mit uns zu reden, deswegen halten wir jetzt mit juristischen Mitteln gegen«, so Kellerhals in der FAZ. »Ich kämpfe um mein Lebenswerk.«

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2. Dezentrale Filialstrategie unter Beschuss

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