Schwerpunkte

Netzwerkausrüstung für Unternehmen

Hewlett-Packard sagt Cisco im Netzwerkbereich den Kampf an

27. Januar 2009, 17:17 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Hewlett-Packard sagt Cisco im Netzwerkbereich den Kampf an

Mit 24 Ports für Gigabit- oder 10-Gigabit-Ethernet: der Procurve 6600 von Hewlett-Packard.

Mit einem breit angelegten Kooperationsprogramm will Hewlett-Packard mit seiner Netzwerksparte bei Unternehmenskunden weitere Marktanteile gewinnen. Der Bereich wurde inzwischen in HPs Sektor für Unternehmensprodukte eingegliedert.

Nach einem Umsatzwachstum von 30 Prozent im vergangenen hat sich Hewlett-Packards Netzwerkbereich »Procurve« auch für 2009 ehrgeizige Ziele gesteckt. »Wir wollen drei- bis fünfmal so schnell wachsen wie der Markt. Schließlich sind wir derzeit die einzige wirkliche Alternative zu Cisco«, stellte Alberto Soto, Vice President EMEA der Netzwerksparte HP Procurve in Paris klar. Dort präsentierte der Hersteller das groß angelegte Partnerprogramm »Procurve One«.

Zusammen mit Microsoft, McAfee, Avaya, Aastra, Rivered, Ekahau, F5 und Vantronix will der Hersteller dem Markt vorgetestete »Best-of-Breed«-Lösungen anbieten, entweder als Modul für Procurve-Switches mit bereits integrierter Software oder indem die entsprechenden Appliances in eine HP-Umgebung integriert werden.

Zudem wurde die bisher separat agierende Procurve-Sparte in den Enterprise-Bereich TSG integriert und eine spezielle Vertriebstruppe für Enterprise-Kunden aufgebaut. Sie sollen neben den vorhandenen Wiederverkäufern von Procurve-Produkten aktiv sein und Großkunden betreuen.

Neuer Switch: Procurve 6600

Auch neue Produkte hatte Hewlett-Packard in Paris mit im Gepäck. Zum einen den »Procurve 6600«, einen Konsolidierungsswitch mit 24 Ports für den Einbau in ein Rack. Eine Besonderheit des Geräts: Ports, die (noch) nicht genutzt werden, lassen sich in Schritten von sechs Stück abschalten. Das verringert den Stromverbrauch.

Das Gerät lässt sich mit Back-to-Front und Front-to-Back-Lüftung betreiben. Zur Auswahl stehen drei Modelle, die sich durch Performance und die Art der Netzwerkschnittstellen unterscheiden. Der 6600-24G und der 24G-4XG haben 20 Gigabit-Ethernet-Ports und vier »Dual-Personality«-Schnittstellen. Diese lassen sich mit Kupferkabeln oder einem Mini-GBIC für den Anschluss von Glasfasern bestücken.

Beim 14G-4XG besteht zudem die Möglichkeit, mittels Small-Form-Factor-Pluggable-Modulen (SFP) vier 10-Gigabit-Ethernet-Ports hinzuzufügen.

Der 24G bietet einen Durchsatz von 35,7 Millionen Paketen, der 24G-4XG kommt auf 75,7 Millionen Packets. Beim Layer-2/4-Routing beziehungsweise -Switching betragen die Werte 48 GBit/s (24G) beziehungsweise 101,8 GBit/s (24G-4XG).

Version mit 24 Interfaces für 10GbE

Das größte Modell Procurve 6600-24XG ist standardmäßig mit 24 Anschlüssen für 10-Gigabit-Ethernet ausgestattet. Neben Kupferkabeln unterstützt der Switch auch Lichtwellenleiter.

Das System schleust bis zu 240,2 Millionen Pakete pro Sekunde durch. Die Routing-/Switching-Kapazität liegt bei 322,8 GBit/s.

Die zweite Neuerung ist der »Datacenter Connection Manager«, der alle Verbindungen im Netzwerk virtualisiert und als Service zur Verfügung stellt. Solche Dienste können beispielsweise Server oder Storage-Systeme nutzen.

HP hat in den letzten Jahren gegenüber Cisco im Switch-Markt drastisch aufgeholt und möchte Cisco weitere Marktanteile abjagen. »Anwender wollen heute standardbasierende Lösungen, die verlässlich und bezahlbar sind, und sich nicht an einen einzigen Hersteller binden «, erklärte Soto. Weitere Produkte und Ankündigungen seien im Laufe des Jahres zu erwarten.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

HP-Procurve-Switch 8212zl: Grundsätzlich geeignet für Unified-Communications
Test: High-End-Switch »Extreme Black Diamond 8810«
Network-Computing-Test: LAN-Switch »Netgear Prosafe GS724AT«
Foundry-Switches als Arbeitspferde für mittelständische Unternehmen
Netgear-Switch: 48 Mal Gigabit-Ethernet
Allied Telesis: Sparsame Switches für Kleinfirmen
Cisco will das Rechenzentrum umkrempeln