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Finger weg vom Geocache-Schatz

22. Mai 2013, 12:49 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)

Finger weg vom Geocache-Schatz

Für Geocaches gelten die gleichen Regeln wie für alle anderen Fundsachen. (Bild: philipk76, fotolia.com)

Das Entfernen eines Geocache-Objektes kann rechtlich als eine Art Diebstahl gewertet werden und teuren Schadenersatz nach sich ziehen.

Spätestens mit der Einführung von GPS-Navigation in Smartphones hat sich das so genannte Geocaching eine breite Fan-Basis. Doch die spannende Suche nach den als Cache bezeichneten Schatzverstecken kann schnell ein teurer Spaß werden, wie ein aktuelles Urteil des Landgerichts Heidelberg (Az. 5 S 61/12) zeigt. Denn nach Ansicht der Richter kann das Entfernen der Caches als eine Art Diebstahl gewertet werden. Übereifrigen Schatzjägern können somit empfindliche Schadenersatzforderungen drohen. Und das sogar, wenn sie den Cache gar nicht selbst entwendet, sondern ihn nur von seinem originären Platz entfernt haben. »Wer einen Geocache vom Fundort entfernt, kann schadensersatzpflichtig sein.«, warnt deshalb der Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kölner Anwaltskanzlei Wilde Beuge Solmecke alle Geocaching-Freunde.

Im vorliegenden Fall hatte ein Jäger in seinem Wald einen auf dem Boden liegenden Geocache in Form einer kleinen Schatztruhe aufgefunden. Da er offensichtlich nicht mehr in seinem ursprünglichen Versteck lag, hatte der Jäger den Cache an den Rand eines nahen Weges gelegt, damit der Besitzer ihn besser wiederfinden kann. Einige Tage später kontrollierte er, ob das Kästchen abgeholt wurde. Doch die Truhe lag noch immer an der gleichen Stelle, allerdings hatte sie in der Zwischenzeit jemand aufgebrochen und das darin enthaltene Logbuch, in dem sich eigentlich die Finder des Verstecks eintragen sollen, entwendet. Daraufhin beschloss der Jäger, das Kästchen zum örtlichen Fundbüro zu bringen. Dort wurde es nach einiger Zeit vom Besitzer wieder abgeholt. Der war dem Jäger jedoch keineswegs dankbar und verklagte ihn stattdessen auf Schadenersatz vor dem Amtsgericht Heidelberg. Nachdem das Gericht seine Klage abgewiesen hatte, ging er vor dem Landgericht in Berufung. Und das hat ihm jetzt Recht gegeben und dem Jäger einen Schadenersatz von über tausend Euro aufgebrummt. Die ungewöhnliche Höhe der Strafzahlung richtete sich dabei nach dem hohen Wert der aus teurem Holz aufwendig in Handarbeit gefertigten Schatztruhe.

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