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Studie von deutschen Wissenschaftlern

Facebook macht neidisch

25. Januar 2013, 11:58 Uhr   |  Folker Lück | Kommentar(e)

Facebook macht neidisch

Computernutzerin: Passive Facebook-Freunde sind besonders anfällig für Neidgefühle. (Foto: monster.de)

Rund ein Drittel der Facebook-Nutzer empfindet Frust und Neid, wenn die im sozialen Netzwerk gelisteten Freunde von schönen Erlebnissen wie etwa Urlaubsreisen berichten.

Für die gemeinsame Studie des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Berliner Humboldt-Universität und des Fachgebiets Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt wurden rund 600 Facebook-Mitglieder nach ihren Emotionen während und nach der Facebook-Nutzung befragt. Dabei zeigte sich, dass mehr als ein Drittel der Mitglieder Probleme damit haben, wenn Facebook-Freunde positive Nachrichten – wie etwa schöne Bilder einer Urlaubsreise – verbreiten. Sie empfinden beim Ansehen solcher Aufnahmen Neid und sind dann ernsthaft frustriert.

Dies wird nach Einschätzung der Forscher ausgelöst, weil wir dazu neigen, uns unter Freunden zu vergleichen. Dieser so genannte soziale Vergleich führt zu den Frust-Gefühlen, die den Wissenschaftlern zufolge insbesondere Personen betreffen, die Facebook selbst wenig aktiv nutzen, sondern hauptsächlich passiv konsumieren.

Schlimmstenfalls löse der Facebook-Besuch sogar eine »Neid-Spirale« aus: Laut der Studie fanden ein Fünftel der Ereignisse, die in letzter Zeit Neid bei den Befragten hervorriefen, im Facebook-Kontext statt. Dies verdeutlicht den immensen Stellenwert, den diese Plattform im Leben vieler Nutzer inzwischen erreicht hat. Die Neidgefühle der Nutzer führen teilweise dazu, dass sich die »Neidhammel« stärker selbst auf Facebook präsentieren, was wiederum Neidgefühle bei anderen hervorrufen kann - ein Phänomen, das die Forscher als »Neidspirale« bezeichnen.

Am meisten Neid verursachen laut der Untersuchung tatsächlich schöne Urlaubsfotos, die gepostet werden - selbst dann, wenn die Reise insgesamt gar nicht so schön war. Wer hingegen Missgeschicke auf Facebook postet, kann durchaus mit Mitgefühl seiner Facebook-Freunde rechnen und sich auf diese Weise aufmuntern lassen.

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