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Telekommunikation: DSL-Technik

Ericsson überträgt 500 MBit/s über Kupferkabel

17. März 2009, 17:45 Uhr   |  Bernd Reder

Ericsson überträgt 500 MBit/s über Kupferkabel

Einsatzszenario von VDSL2, das Ericsson skizziert hat: Breitbandverbindungen werden über Lichtwellenleiter bis zum Verteiler herangeführt. Die letzten ein bis zwei Kilometer überbrücken dann Kupferkabel.

Der schwedische Netzausrüster Ericsson hat Daten mit einer Rate von 500 MBit/s über Kupferkabel übertragen. Ein Standard für die Technik mit dem Namen »Vektorisiertes VDSL2« soll Ende 2009 vorliegen.

Der Test wurde mithilfe der VDSL2-Technik (Very High Speed Digital Subscriber Line) durchgeführt. Im Gegensatz zu ADSL, das auf einer zentralen Netzstruktur aufsetzt, verwendet VDSL2 einen baumartigen Aufbau.

Bei der Live-Demonstration erzielten Techniker von Ericsson eine Datenrate von 500 MBit/s. Das ist nach Angaben des Netzausrüsters genug, um Büros und Haushalte mit Breitbanddiensten wie IP-TV und Video on Demand in hoch auflösender Qualität (HD) zu versorgen.

Ericsson verwendet bei dem Test vektorisiertes VDSL2, eine Weiterentwicklung der Übertragungstechnik. Dieses Verfahren greift auf Crosstalk-Cancellation, also eine verbesserte Rauschunterdrückung zurück.

Zudem setzte der Hersteller Line-Bonding ein, bei dem mehrere Leitungen gebündelt werden, um die Datenrate zu erhöhen. Bei der Live-Vorführung fasste Ericsson sechs Leitungen zusammen und überbrückte damit eine Entfernung von 500 Metern.

Vektorisiertes VDSL2 könnte als Zugangstechnik bei der Anbindung von Gebäuden zum Zuge kommen. Von der Ortsvermittlungsstelle bis zum Kabelverzweiger werden Lichtwellenleiter verlegt. Die letzten Meter vom Kabelverzweiger zum Teilnehmer laufen dann über Kupferleitungen.

Eine Hürde muss die Technik allerdings noch nehmen: Ein Standard für das Vektorisieren ist noch in Arbeit. Er soll Ende des Jahres fertig sein.

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