Schwerpunkte

HOH-Chef Martin Wild im Porträt

Ein Einzelkämpfer entdeckt das Teamspiel

22. April 2009, 08:59 Uhr   |   | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

»Kannst du PCs teurer verkaufen, weil du ein Diplom hast?«

Neben einem ausgeprägten Maß an unternehmerischer Solidität und Verantwortungsgefühl prägt den HOH-Chef jedoch auch ein starker Sinn für Freiheit. »Ich bin niemand, der dauerhaft an Dingen festhält, die keinen Spaß machen oder Erfolg versprechen «, bekennt Wild. So habe der erklärte USA-Fan als 17jähriger einen auf zwölf Monate geplanten Amerikaaufenthalt, der ihn in den Mittleren Westen nach Iowa führte, nach vier Monaten abgebrochen. Und nach dem Abitur beendete Wild zwei Anläufe für ein Informatikstudium und eine kaufmännische Ausbildung vorzeitig. Die praxisfernen Lerninhalte hätten dazu geführt, dass sich der angehende Unternehmer die Frage gestellt habe: »Kannst du PCs teurer verkaufen, weil du ein Diplom hast?«. Auch als sich nach dem Einstieg des Medienmoguls Rupert Murdoch bei Premiere das Klima für den Etailer verschlechterte, habe Wild mit dem Gedanken eines Ausstiegs gespielt. Erst seit der Übernahme durch Cancom fühlt sich der Firmengründer bei HOH wieder richtig wohl. Doch kann sich Wild auch eine Zukunft nach HOH vorstellen: »Zwar ist die Firma mein Baby, aber wenn die Zeit kommt, werde ich sie loslassen. « Einen Etailer zu führen sei nun einmal keine Aufgabe, an der man bis ins Rentenalter festhalten solle.

Eine lebenslange Leidenschaft hat Wild seit seinem USA-Aufenthalt jedoch für American Football entwickelt: »Football ist der Sport, der mir von allen Sportarten am nächsten liegt.« Das Teamspiel erfordere Durchsetzungs- und Siegeswille, gründe aber auch auf Fairness – so Wild, der in den Jahren 2004 bis 2006 beim Football-Verein Augsburg Raptors spielte. Dabei gebe es durchaus Parallelen zu seiner Tätigkeit bei HOH: »Als Verteidiger habe ich gerne einen Ball abgefangen und bin direkt in die Offensive gewechselt. Auch mit HOH sind wir recht spät gestartet und haben das Feld von hinten aufgerollt.« Und mit sportlichem Ehrgeiz wolle er auch weiterhin ganz oben in der Etail-Szene mitmischen.

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