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Wenn der Anwalt zweimal klingelt

Die Tricks bei der Abmahnung

01. Juni 2012, 10:51 Uhr   |  


Fortsetzung des Artikels von Teil 3 .

Haben Sie eine Abmahnung erhalten? Handeln Sie sofort!

Firmen wie Media Protector durchforsten die Tauschbörsen im Auftrag der Medienindustrie. © Hersteller / Archiv
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Firmen wie Media Protector durchforsten die Tauschbörsen im Auftrag der Medienindustrie. © Hersteller / Archiv

"Wenn eine Abmahnung im Postkasten liegt, sofort einen Anwalt kontaktieren, der innerhalb von zwei bis drei Tagen ein Schriftstück losschickt", rät Solmecke. Die meisten Kanzleien bieten eine kostenfreie Erstberatung an, das weitere Vorgehen – ohne Gerichtsverfahren – kostet im Allgemeinen zwischen 200 und 500 Euro. Manche Kanzleien bieten auch Pauschalpakete für weitere Abmahnungen an. Zwar könne man nicht für einen Musiktitel mehrfach abgemahnt werden – für verschiedene Stücke einer Top-100-Compilation aber schon.

Antwortschreiben auf eigene Faust können leicht ins Auge gehen und Vorlagen aus dem Internet sind nicht unbedingt fehlerfrei. Nur ein einziges falsches Wort – und die Unterlassungserklärung ist ungültig. Genauso schlimm ist es, nichts zu tun. Dann läuft automatisch ein teures einstweiliges Verfügungsverfahren an.

Vor allem Eltern sollten vorbauen und ihre Kinder nachweislich aufklären sowie Kinderschutz-Software installieren. "Wer versucht, mit Leutseligkeit durchzukommen und um Verständnis bittet, kann nicht auf Gnade hoffen. Aussagen wie‚ tut mir leid, meine minderjährige Tochter hat ohne mein Wissen Musik heruntergeladen, das kommt nicht wieder vor’ erweichen die Gegenseite nicht", betont Christoph Strieder, Fachanwalt für Informationstechnologierecht.

"Bei so manchem alten Pornofilm oder gar Filmausschnitt muss man sich schon fragen, wer das Material eigentlich ins Netz stellt. Mit dem Verkauf lässt sich damit kein Geld mehr verdienen, mit Abmahnungen aber schon", sagt der Solinger Jurist, in dessen Kanzlei schon verzweifelte Eltern saßen, die Abmahnungen im Auftrag der Pornofilmindustrie erhalten haben und ihre Kinder als Urheber des Ärgers vermuteten.

"Wer sich keiner Schuld bewusst ist, sollte auch nicht zahlen. Der kann eine modifizierte Unterlassungserklärung abgeben und sich entspannt zurücklehnen. Für Schadenersatzforderungen braucht es schon etwas mehr als nur zu behaupten, die Eltern hätten nicht aufgepasst. Der Gang vors Gericht ist auch für die Gegenseite mit erheblichem Begründungsaufwand bei unsicherem Ausgang verbunden."

--- canonical[http://www.pcgo.de/ratgeber/die-tricks-der-abmahn-anwaelte-1281778.html] ---

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1. Die Tricks bei der Abmahnung
2. Das Aufspüren der Datenpiraten läuft nach immer gleichem Schema ab
3. Das Abmahnungsgeschäft ist für die Film- und Musikindustrie sehr profitabel
4. Haben Sie eine Abmahnung erhalten? Handeln Sie sofort!

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