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Remote-Anbindung von Arbeitnehmern

Deutsche Arbeitnehmer wollen ins Home-Office

29. April 2009, 11:10 Uhr   |  Bernd Reder

Deutsche Arbeitnehmer wollen ins Home-Office

An die 72 Prozent der Beschäftigten in Deutschland würden gerne ganz oder zumindest zeitweise vom Home-Office aus arbeiten. Das ergab eine Umfrage des ITK-Verbandes Bitkom.

Jeden Tag in Büro zu fahren, frisst Zeit und belastet die Umwelt. Warum also nicht zumindest einen Teil der Arbeitszeit zu Hause »absitzen«?

Das sehen auch fast drei Viertel der deutschen Arbeitnehmer so. Sie stehen dem Home-Office positiv gegenüber. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands Bitkom unter 1000 Bundesbürgern ergeben.

Demnach arbeiten derzeit 10 Prozent der Berufstätigen in Deutschland ganz oder zeitweise von zu Hause aus, anstatt ins Büro zu gehen. Weitere 62 Prozent der Erwerbstätigen wünschen sich regelmäßige Arbeit im Home-Office: 41 Prozent an einigen Tagen in der Woche und 21 Prozent sogar täglich. Nur 28 Prozent der befragten Arbeitnehmer gehen am liebsten jeden Tag ins Büro.

»Durch Telearbeit und flexible Arbeitszeitmodelle können Arbeitnehmer Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren und die Arbeitgeber qualifizierte Arbeitnehmer langfristig an sich binden«, sagt Bitkom-Präsident Professor August-Wilhelm Scheer. Außerdem trage die Telearbeit in Zeiten der Wirtschaftskrise zur Effizienzsteigerung bei: Pendler könnten viel Zeit sparen und Arbeitgeber Büroflächen reduzieren.

Vor allem Frauen bevorzugen das Home-Office

Frauen sind an der Arbeit im Home-Office besonders interessiert. Laut der Umfrage wollen 75 Prozent der Frauen in Deutschland am liebsten ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeiten oder tun dies bereits. Unter den Männern sind es nur 63 Prozent.

Ein differenziertes Bild zeigt sich bei den Altersgruppen. Der Wunsch nach einem Home-Office ist bei den 30- bis 49-Jährigen am stärksten ausgeprägt. Drei Viertel der Befragten in dieser Altersgruppe wollen regelmäßig im Home-Office arbeiten oder tut dies bereits. Bei der Generation 50-Plus sind es immerhin noch 72 Prozent.

Am geringsten ist der Wunsch nach einem Home-Office bei den 14- bis 29-Jährigen ausgeprägt, die sich noch im Job etablieren müssen. Von ihnen wünschen sich dennoch immerhin 58 Prozent regelmäßige Telearbeit.

Voraussetzung für Telearbeit: Feste Vereinbarungen

Mit der Telearbeit verschwimmt die Trennlinie zwischen Beruf und Privatem. Daher sollten laut Bitkom Arbeitnehmer und Arbeitgeber feste Vereinbarungen treffen, etwa wann der Mitarbeiter im Heimbüro arbeitet, ob und welches IT-Equipment er vom Unternehmen erhält und wie es um den Versicherungsschutz bestellt ist, Stichwort Arbeitsunfälle.

Die technischen Voraussetzungen für die Einrichtung eines Home-Office sind relativ gering: Telearbeiter benötigen einen Computer, einen Internetzugang und ein Telefon. Muss der Mitarbeiter auf Daten im Unternehmensnetz zugreifen, sollte ein virtuelles privates Netz (VPN) eingesetzt werden. Es schottet die Verbindung nach außen ab.

Videokonferenzsysteme und IP-gestützte Telefonanlagen, die Anrufe automatisch an den Apparat im Home-Office weiterleiten, sind weitere Komponenten einer Telearbeitsumgebung. Mittlerweile sind zudem IT-Lösungen verfügbar, etwa Microsoft Sharepoint oder Google Text & Tabellen, mit denen sich Online-Meetings durchführen oder gemeinsam Dokumente bearbeiten lassen.

Ergänzende Informationen zu Telearbeit

Noch ein Tipp: Auf Akademie.de hat Alexander Greisle, Inhaber einer Unternehmensberatung Praxisinformationen zum Thema Heimarbeit zusammengestellt.

Darunter findet sich auch ein Selbsttest. Er gibt Hinweise, ob man der richtige »Typ« für Heimarbeit ist. Die mangelnde Selbstdisziplin von Mitarbeitern ist einer der größten Fallstricke bei Home-Office-Projekten.

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