Etail-Premiumdienst: Amazon Prime hat 10 Millionen Mitglieder

Allein in den USA soll der Prime-Dienst von Amazon rund 10 Millionen Nutzer haben. Rund ein Drittel seines operativen Gewinns soll der Etail-Gigant mit seinem Prime-Programm erzielen.

Allein in den USA sollen bereits 10 Millionen Menschen Amazon-Prime nutzen (Bild: Amazon)
(Foto: Amazon)

Amazon selbst äußert sich nicht zu den Mitgliederzahlen seines Prime-Programms, dafür tun dies andere. Laut R.J. Hottovy, Analyst bei Morningstar, sind rund 10 Millionen Nutzer allein in Amerika beim Premiumdienst des Etailers registriert. Seine Schätzungen beruhen auf einer Studie des Marktforschungsunternehmens Consumer Intelligence Research Partners, die auf den November vergangenen Jahres datiert. Amazon bietet seine Prime-Mitgliedschaft bereits seit 2005 in den USA an und verlangt dafür einen Jahresbeitrag von 79 US-Dollar. Der Kunde hat dafür Anspruch auf einen kostenfreien Versand und kann mit der Zustellung meist schon am nächsten Tag rechnen. Hat das Prime-Mitglied zusätzlich einen Kindle, besteht einmal im Monat die Möglichkeit, ein Buch aus der Kindle-Leihbibliothek auszuleihen. In den USA haben Kunden zudem Zugriff ein Video-Streaming-Angebot. In Deutschland bietet Amazon seinen Prime-Dienst dagegen seit 2007 zu einem Jahresbeitrag von 29 Euro an. Zahlen der Prime-Mitglieder hierzulande sind nicht bekannt.

Hottovy hat zudem errechnet, dass amerikanische Amazon-Prime-Kunden rund zehn Prozent der Einkäufe tätigen, obwohl sie nur vier Prozent der gesamten Kunden ausmachen. Ziehe man Portokosten sowie Lizenzgebühren ab, hätte Amazon im vergangenen Jahr demnach rund 78 Dollar pro Prime-Kunde verdient, was einem Drittel seines gesamten Operativen Gewinns entspräche. Laut Hottovy ist auch die Zukunft von Amazon-Prime erfolgreich. Die Mitgliederzahl könnte bis 2017 die 25-Millionengrenze erreichen und bis zu 9,6 Milliarden Dollar zum operativen Gewinn beitragen.

Bei Amazon dürfte man, über die aktuellen Erfolgsmeldungen froh sein, schließlich stand der Etail-Riese im Februar diesen Jahres massiv in öffentlicher Kritik. Sorgte erst eine ARD-Reportage über Amazon für ein gehöriges Negativimage, folgten nur wenige Tage später eine Untersuchung des Bundeskartellamts zur Preisparitätsklausel im Amazon-Marketplace sowie eine Klage der Europäischen Union aufgrund zu niedriger E-Book-Steuern.