Die Besiedlung des Mondes: Weltraumbasis aus dem 3D-Drucker

Das Architekturbüro Foster + Partners arbeitet derzeit zusammen mit der ESA an einem Mondgebäude, das zu einem großen Teil aus dem 3D-Drucker kommen soll.

Ob im spartanischen Mondhaus Karminatmosphäre aufkommen kann? (Bild: ESA)

1902 träumte der Regisseur Georges Méliès in seinem wegweisenden Film »Le Voyage dans la Lune« von einem Besuch des Menschen auf der Mondoberfläche. Mehr als ein halbes Jahrhundert später wurde dieser Plan in die Tat umgesetzt, als Apollo 11 drei Astronauten auf dem Erdtrabanten absetzte. Und jetzt könnte sogar eine Besiedlung des kargen Gesteinsbrockens in greifbare Nähe rücken. Derzeit Arbeitet das Architektenbüro »Foster + Partners« in Kollaboration mit der europäischen Weltraumbehörde (ESA) an einem Gebäude, dass auch auf der unwirtlichen Oberfläche des Mondes für ausreichend Schutz und Wärme sorgen soll. Schwierigstes Unterfangen ist es dabei, die entsprechenden Materialien über die weite Distanz hinweg zu transportieren und Verluste oder Beschädigungen zu verhindern. Aus diesem Grund setzen die Konstrukteure auf die vorhandenen Ressourcen: Mondregolith.

Die ESA will eine Rakete mit einer zylindrischen Kapsel auf den Weg schicken, die einen komplett funktionsfähigen 3D-Drucker zum Zielort befördert. Dieser verwendet anschließend die kleinen Partikel, um sie mit einem Bindemittel von der Erde zu einer festen Form zu fixieren. Derzeit führen die Architekten und die Weltraumwissenschaftler schon Tests unter verschiedenen Bedingungen durch, um die Funktionstüchtigkeit des Projektes abzusichern. Das Verfahren soll aber letztendlich nicht nur auf dem Mond zum Tragen kommen, sondern auch in irdischen Gefilden. Durch den Druck mit sand- und staubähnlichen Materialien und einem Minimum an Bindemittel, können in Zukunft auch Behausungen in ressourcenarmen Gegenden der Erde, wie Wüsten oder Polarregionen, entstehen.