Klingende Münze: Musikindustrie hievt sich aus der Krise

Die Musikindustrie hat Grund zur Freude: Erstmals ist der Umsatz wieder angestiegen. Laut dem Bundesverband Musikindustrie e. V. (BVMI) lag der Gesamtumsatz 2011 bei immerhin 1,67 Milliarden Euro.

Immer mehr Deutsche lassen sich das Musikhören wieder etwas kosten (Foto: nyul - Fotolia.com).

Auch im ersten Quartal 2012 ist der Umsatz aus Musikverkäufen im Vergleich zu den Vorjahresmonaten laut media control um 4,2 Prozent angestiegen.

Trotz eines leichten Rückgangs (-3,8 Prozent) blieben Tonträger im letzten Jahr mit einem Marktanteil von 83,4 Prozent Haupteinnahmequelle der heimischen Musikwirtschaft. Die CD behauptete sich mit einem Marktanteil von 73,8 Prozent und einem Umsatzvolumen von 1,098 Milliarden. Euro. Das stärkste Wachstum war bei den digitalen Musikverkäufen zu beobachten, die mit einem Umsatz von 247 Millionen. Euro um 21,2 Prozent erneut zweistellig zulegen und damit die Rückgänge der physischen Musikverkäufe umsatzseitig nahezu kompensieren konnten.

»Die Investitionen der letzten Jahre beginnen sich auszuzahlen. Das kommt besonders in den mittlerweile 70 Angeboten im legalen digitalen Markt zum Ausdruck. Dennoch sind wir von einer echten Trendwende immer noch weit entfernt, solange die legalen Musikangebote weiterhin mit den massenhaften illegalen Umsonstangeboten im Netz konkurrieren müssen«, sagt Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie e. V. Gerade in einer zunehmend digitalisierten Welt brauche man ein durchsetzungsstarkes Urheberrecht, denn es ermögliche den Autoren, Kreativen und Künstlern sowie deren Partnern, von ihrem Tun auch zu leben. Von einer Umsonst-Kultur im Internet hält Gorny nichts: »Die Forderung, Kultur im Internet gratis konsumieren zu können, mag aktuell populär sein, ist aber genauso realitätsfern. Die Vorschläge pauschaler Vergütungsmodelle lassen häufig den mangelnden Respekt vor der kreativen Leistung der am Schaffensprozess beteiligten Personen erkennen, und auch Finanzierungen mit dem Klingelbeutel im Netz taugen nicht als allgemeingültiges Wirtschaftsmodell für die Künstler und Kreativen«.

Der Anteil des Digitalmarkts am Gesamtumsatz kletterte 2011 auf 16,6 Prozent. Die größten Zuwächse verzeichnete das Geschäft mit den Downloads, die um 28,8 Prozent zulegen konnten. Dabei konnten nicht nur die Käufe von Einzeltracks (+30,3 Prozent Umsatzwachstum), sondern auch die Alben (+27,8 Prozent) zulegen.

Die Zahl der Online-Musikdienste, die in Deutschland verfügbar sind, hat sich im vergangenen Jahr auf 70 Services annähernd verdoppelt. »Entlang den veränderten medialen Gewohnheiten sind spannende neue Möglichkeiten entstanden, Musik zu konsumieren – als Download oder Stream, in der Cloud oder gekoppelt an soziale Netzwerke«, so Gorny. Die Zahl der Streaming-Dienste war innerhalb weniger Monate in Deutschland von zwei auf neun Dienste gestiegen. Auch wenn einige der Dienste werbefinanzierte Gratisvarianten anbieten, besteht das grundlegende Geschäftsmodell in bezahlten Abonnements.