bvh-Zahlen für 2009: Online-Zuwächse retten Versandhandels-Bilanz

Trotz der ungünstigen Konjunkturlage konnte die Versandhandelsbranche im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von knapp zwei Prozent verzeichnen. Der Zuwachs geht jedoch allein auf das boomende Online-Geschäft zurück, im konventionellen Versandhandel brach der Umsatz um fast sechs Prozent ein.

Die Nase vorne hat, wer als Einzelhändler auch versendet – und dies gilt besonders für Onlinehändler. Wie die von TNS Infratest im Auftrag des Bundesverbands des Deutschen Versandhandels (bvh) durchgeführte Studie »Distanzhandel in Deutschland 2009« zeigt, wuchs der Versandhandel dank starker Zuwächse im E-Commerce im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent auf einen Gesamtumsatz von 29,1 Milliarden Euro. Der Anteil des Versandhandels am Einzelhandel stieg damit auf das neue Rekordhoch von 7,4 Prozent.

Erstmals in der Geschichte des Versandhandels erzielte die Branche im Jahr 2009 über 50 Prozent –genau 53,3 Prozent – ihres Umsatzes über das Internet. Der Online-Umsatz mit Waren legte damit stärker als erwartet zu und wuchs um rund 16 Prozent auf 15,5 Milliarden Euro. Der Umsatzanteil der klassischen Bestellwege Telefon, Brief oder Fax sank gleichzeitig um fast sechs Prozent auf 40,9 Prozent.

Als umsatzstärkste Gruppe erwiesen sich die Multi-Channel-Versender, also Händler, die ihre Waren über Katalog und Internet anbieten. Sie verzeichneten über alle Bestellwege hinweg mit 16,1 Milliarden Euro zwar einen Umsatzrückgang um 3,2 Prozent, jedoch stiegen ihre Internet-Umsätze um 12,5 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Auf Platz 2 der Umsatzrangliste kommen mit insgesamt rund 5,2 Milliarden Euro die reinen Internet-Versender, die damit um 15,1 Prozent zulegen konnten. Die Ebay-Powerseller steigerten schließlich als drittumsatzstärkste Gruppe ihre Erlöse im Jahr 2009 um 2,4 Prozent auf rund 2,13 Milliarden Euro.

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