Notebooks von Bluechip, Monitore vom Lizenznehmer: So geht es mit Belinea weiter

Mit der Belinea GmbH hat Brunen IT eine Tochtergesellschaft für den Vertrieb der ehemaligen Maxdata-Produkte gegründet. Nur PCs und Notebooks lässt Belinea noch selbst fertigen, die Monitore kommen von einem Lizenznehmer. In die Geschäftsleitung wurde Ex-Leo-Chef Torsten Duffner geholt.

Die Brunen IT wirbt in ihrem Online-Shop mit einer hochmodernen PC-Fertigung

Die aus der Insolvenzmasse von Maxdata heraus gekaufte Marke Belinea wird jetzt von einer eigenen Gesellschaft vertrieben. Seit Oktober gibt es unter dem Dach von Brunen IT die Tochtergesellschaft Belinea GmbH. Elf größtenteils Ex-Maxdata-Mitarbeiter beschäftigt die Belinea-Vertriebsgesellschaft mit Sitz in Recklinghausen. Als Mitglied der Geschäftsleitung hat sich Brunen-Chef Frank Brunen einen alten Bekannten geholt: Torsten Duffner, ehemals Geschäftsführer des im Sommer 2008 pleite gegangenen PC-Herstellers Leo Computer. (CRN berichtete).

Nach außen tritt Duffner bislang allerdings kaum in Erscheinung. Als Geschäftsführer der Belinea GmbH sind im Handelsregister die beiden Brunen-Chefs Frank Brunen und Fred Krull eingetragen. Duffner selbst bezeichnet sich in Mails an Geschäftspartner als Mitglied der Geschäftsleitung und »ab sofort für die Belinea GmbH zuständig«.

Während Brunen IT auch weiterhin über seinen Online-Shop Notebooks seiner Eigenmarke »One« an Endkunden verkauft, ist Belinea als reine Fachhandelsmarke aufgestellt, die ausschließlich indirekt vertrieben wird. Entsprechende Distributionsabkommen wurden bereits mit Api, Bluechip, Netsquare, Rombus und Thunder IT geschlossen.

Lediglich die Notebooks und PCs der Marke Belinea lässt das Unternehmen noch selbst bei Bluechip und Casarus produzieren. »Gefühlt sind wir die einzigen, die Belinea Notebooks fertigen«, erklärt Bluechip-Vorstandsmitglied Frank Oelsch. Der Thüringer PC-Hersteller, der neben seiner Eigenmarke seit langem auch Fremdprodukte fertigt, darunter auch für die Brunen-Marke »One«, bestückt die Belinea-Notebooks mit Komponenten und Laufwerken. Das Ganze überwiegend im BTO-Verfahren. Schwerpunkt der Auftragsfertigung ist das Stammwerk in Meuselwitz.

Daneben werden die Notebooks von Casarus im sächsischen Aue kundengerecht ausgestattet. Hinter Casarus steht Jürgen Werner, der zuvor am gleichen Standort den Service-Dienstleister Bestland leitete, der August diesen Jahres Insolvenz beantragen musste. Den Geschäftsbetrieb übernahmen zwei Nachfolgegesellschaften: die PC Haus Potsdam GmbH von Jürgen Rakow, die den Servicebereich unter dem Namen Bestland weiter betreibt, und die von Werner neu gegründete Casarus GmbH.

Einen Teil der Produktionsgebäude übernahm eine Luxemburgische Immobiliengesellschaft, die diese an Bluechip vermietet, die wiederum einen Teil der Immobilien an Casarus untervermietet. Gleichzeitig schlossen Bluechip und Casarus einen Kooperationsvertrag über Produktionsaufträge aus der Belinea-BTO-Fertigung von Bluechip an Casarus.

Weniger kompliziert läuft dagegen das Geschäft mit den Belinea-Monitoren. Die lässt Belinea inzwischen nicht einmal mehr selbst fertigen. Stattdessen hat Brunen IT-Chef Frank Brunen einen Lizenznehmer gefunden, der die Displays auf eigene Rechnung bei Auftragsfertigern in Asien produzieren lässt und in Deutschland über Distributoren und über Belinea vertreibt. Brunen IT habe dadurch keine finanziellen Risiken mehr, sondern könne im Gegenteil noch von den Lizenzgebühren profitieren, freut sich Brunen.

Welche Produktlinien Brunen IT-Geschäftsführer Frank Brunen auf den Prüfstand stellt, lesen Sie im Interview bei CRN.

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