Retailer auf dem Weg zum Etailer: Neustart für Promarkt.de

Die Flächenmärkte der insolventen Promarkt Handels GmbH starten neu: Der Franchise- Vertrag mit Medimax (EP) ist aufgelöst, die Filialen laufen jetzt unter »promarkt.de«. Das neue Vertriebskonzept verbindet den Online-Auftritt mit dem stationären Handel. Das Ziel: Ein Etailer, der von stationären Filialen unterstützt wird.

Eine neue Retail-Kette startet mit einem neuen Vertriebskonzept: Nachdem die Gläubiger dem Insolvenzplan der Promarkt Handels GmbH in der vergangenen Woche zustimmten, steht einem Neustart der übrig gebliebenen Flächenmärkte nichts mehr im Weg. Der Franchise-Vertrag mit Medimax/Electronic Partner wird zum 31. August aufgelöst. Fünfzehn Filialen, die nach der Insolvenz weiter betrieben werden, heißen künftig »promarkt. de«. Das neue Logo steht für ein geändertes Vertriebskonzept. »Wir verfügen bereits über einen funktionierenden Online- Kanal und kombinieren daher das Filial- mit dem Internet-Angebot «, betont Promarkt-Vertriebsleiter Peter Achenbach im Gespräch mit Computer Reseller News. Mit dem »funktionierenden Online-Angebot« ist promarkt. de gemeint. Der Internet- Auftritt blieb auch unter diesem Namen bestehen, als die Flächenmärkte längst Medimax hießen und in das Franchise-Konzept von Electronic Partner eingebunden waren. Künftig stehen den Kunden Surf-Stationen in den Märkten zur Verfügung, damit es zu »keinen Sortimentsbeschränkungen kommt«, wie es Vertriebschef Achenbach formuliert. Gemeinsam mit dem Personal soll dem Kunden ein »betreutes Surfen « ermöglicht werden. So könne sowohl in den Märkten direkt gekauft werden, als auch auf das weiterführende Online-Angebot zurückgegriffen werden.

Ein Kaufvorgang könnte also folgendermaßen aussehen: Im Flächenmarkt wird der Kunde beraten, das gewünschte Produkt kann im Markt online bestellt werden, in der Filiale »sicher« bezahlt und später abgeholt werden. Das Ziel der Berliner Promarkt Handels GmbH ist es offensichtlich, den Schwerpunkt auf den Online-Kanal zu setzen. Die Flächenmärkte haben nur eine unterstützende Funktion in den Bereichen Information, Kundenbindung und Service. Es formiert sich dementsprechend ein Etailer, der von den Flächenmärkten flankiert wird. Dabei ist es nur konsequent, wieder auf den Markennamen Promarkt zurückzugreifen: Der Lebensmittelriese REWE betreibt nach wie vor 56 Promärkte, die Berliner können also von den Werbemaßnahmen der REWE-Gruppe – die immerhin bei schätzungsweise 15 Millionen Euro jährlich liegen – kostenlos profitieren. »Promarkt hat in Deutschland einen Bekanntheitsgrad von 68 Prozent, Medimax nur 38 Prozent«, begründet Achenbach die Entscheidung, die Marke zu ändern. Langfristig, also innerhalb der nächsten drei Jahre, will Promarkt.de mehr als eine Million registrierte Nutzer gewinnen.

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