ITK-Markt im Wandel: IT-Ausgaben steigen 2010

Marktforscher IDC geht davon aus, dass die IT-Ausgaben 2010 um 3,2 Prozent steigen. Ein harter Kampf im Cloud-Computing-Markt steht bevor.

IDC prognostiziert für 2010 ein Wachstum bei den weltweiten IT-Ausgaben von 3,2 Prozent. Damit erreicht die Branche ein Marktvolumen von rund 1,5 Billionen Dollar. Die Segmente Hardware, Software und Services sollen jeweils um zwei bis vier Prozent wachsen. Gerade das Hardware-Geschäft hat 2009 unter der Zurückhaltung der Unternehmen gelitten. Projekte wurden verschoben, Investitionen in neue Geräte gescheut. Die Analysten gehen davon aus, dass das Hardware-Geschäft am stärksten wachsen wird.

Gerade das Hardware-Geschäft hat im Jahr 2009 unter der Zurückhaltung der Unternehmen gelitten. Projekte wurden verschoben, Investitionen in neue Geräte gescheut. Die Analysten gehen deshalb davon aus, dass das Hardware-Geschäft am stärksten wachsen wird. Über die Hälfte des IT-Neugeschäfts kommt laut IDC aus Schwellenländern. In den BRIC-Ländern (Brasilien, Russland, Indien und China) werden Wachstumsraten zwischen acht und 13 Prozent erwartet. Der Telekommunikationssektor soll um drei Prozent zulegen.

IT-Markt im Wandel

Doch wenn die IT-Ausgaben tatsächlich in 2010 wieder das Vorjahresniveau erreichen, steht der ITK-Markt nach Meinung der IDC-Experten vor einem deutlichen Wandel. »Durch den wirtschaftlichen Aufschwung lässt der Druck auf die Ausgaben nach, so dass einige Wendepunkte erreicht werden können, welche die Umgestaltung der Branche vorantreiben«, erklärt Frank Gens, Senior Vice President und Chief Analyst bei IDC. Die Treiber dafür sind nach Ansicht der Analysten Cloud-Services und das Verbrauchsmodell. Neu auf den Markt kommen Cloud Services in Unternehmensqualität. Gerade bei den Cloud-Applikationsplattformen steht Herstellern und Systemhäusern ein harter Kampf bevor. Gute Chancen sehen die Marktforscher auch im Bereich öffentlicher Cloud Services, private Clouds, Clous Appliances und hybride Cloud Management Tools.

Unternehmen setzen zudem vermehrt auf mobile Endgeräte. Dies führt zu einem weiteren Wandel im ITK-Markt. Die Notebooks rivalisieren immer stärker mit PCs um die Rolle primärer Client-Plattformen – und zwar für Entwickler und Nutzer gleichermaßen. IDC geht davon aus, dass bis zum Jahresende über eine Milliarde Mobilgeräte Zugang zum Internet haben werden. Smartphones und Netbooks werden immer beliebter und beschleunigen diese Entwicklung zusätzlich. Mit den mobilen Endgeräten steigt auch die Anzahl von mobilen Applikationen. Allein die Menge der so genannten »Apps« für das iPhone verdreifacht sich auf 300.000. Android Apps steigen mindestens um das Fünffache. Da sich Cloud-Services und mobile Endgeräte immer stärker verbreiten, steigen auch die Ansprüche an öffentliche Netze. Die Analysten sagen voraus, dass die Marktteilnehmer ihre Systeme auf konvergente IP-Plattformen überführen und verstärkt auf Managed Services umstellen. Die Analysten prognostizieren, dass Anbieter auch Merger und Akquisitionen nicht scheuen werden, um den Veränderungen im Markt gerecht zu werden.

Im Rahmen der Umwälzungen kommen zudem neue Unternehmensapplikationen im Bereich Web 2.0 auf den Markt, die soziale und kollaborative Netzwerke nutzen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. IDC nennt solche Applikationen »sozialytisch«. Sie sollen neue Potenziale für Kunden bringen und Umsätze der Anbieter erhöhen. In Frage gestellt werden dagegen traditionelle Marktführer, die eine neue Konkurrenz bekommen.

Sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene bestimmen weiterhin Umweltfragen das kommende Jahr: Laut IDC eröffnen IT-Lösungen neue Möglichkeiten, Treibhausgase zu verringern. Außerdem geht es darum, den Stromverbrauch zu senken und die Entsorgungskosten von IT zu reduzieren.