Internet-Behörde will unabhängig werden

Der rechtliche Status der Internet-Behörde ICANN ist schon seit längerem umstritten. Bisher ist die Organisation der US-Regierung unterstellt, doch nach Ansicht von ICANN-Chef Paul Twomey sind die Voraussetzungen für eine Unabhängigkeit jetzt gegeben.

Das Hauptquartier der ICANN in Marina del Rey im US-Bundesstaat Kalifornien

Wegen ihrer Aufsicht über die Verwaltung der Top Level Domains wird die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) oft auch als »Weltregierung des Internets« bezeichnet. Dabei handelt es sich bei der im kalifornischen Marina del Rey ansässige Agentur formal um eine privatrechtliche Non-Profit-Organisation, die der Aufsicht des US-amerikanischen Handelsministeriums unterstellt ist. Dieser Sachverhalt ist nicht nur überzeugten Amerika-Gegnern ein Dorn im Auge, sondern wird auch von ICANN selbst kritisch betrachtet. Im Rahmen eines Joint Project Agreements (JPA) verständigte man sich daher 2006 mit der US-Regierung auf eine Reihe von Schritten, die eine künftige Selbstständigkeit der ICANN ermöglichen sollen.

Wie ICANN-Chef Paul Twomey nun in einem Schreiben an das Handelsministerium zum Ausdruck brachte, ist die Organisation der Ansicht, die für eine rechtliche Unabhängigkeit erforderlichen Voraussetzungen erfüllt zu haben. »Die Grundlagen des JPA sind umgesetzt und jetzt geht es für uns darum, mit dem Handelsministerium über die kommende Phase zu sprechen«. Wie Twomey weiter klar machte, gehe es für ihn dabei in erster Linie um ein Ende der amerikanischen Aufsicht.

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