Abmahnwellen und Preiskämpfe bedrohen Kanal: Etailer haben sich fest etabliert

Der Online-Handel macht mit stetig wachsenden Umsätzen und positiven Wachstumsprognosen auf sich aufmerksam. Doch zahlreiche Abmahnungswellen und der steigende Preiskampf trüben die Harmonie und könnten mittelfristig zur Konsolidierung führen.

Online-Shopper erweisen sich als servicebewusst

Die Waren sowie zusätzliche Geschäftsunterstützung erhalten die Etailer von den Distributoren, für die dieser Kanal immer mehr an Bedeutung gewinnt. Vor allem für die Broadline-Distributoren, die über die Online-Anbieter nicht nur ihren Absatz von Consumer-Artikeln zusätzlich zum Flächenmarktgeschäft enorm ankurbeln können, sondern zunehmend auch als Fulfillment-Dienstleister für die großen Etailer tätig sind. Ingo Schaffer, Retail-Chef von Broadliner Actebis Peacock, sieht sogar vor allem die Etailer als seine Zielkundschaft, da er ihnen und auch den Versandhändlern mit stark wachsendem Online-Geschäft eine gute Zukunft prophezeit. Aber auch Ingram Micro und Tech Data, die im Consumer-Bereich bisher den Schwerpunkt auf Retailer, wie etwa Media Markt und Saturn, setzten, betonen, wie wichtig Etailer für sie sind. »Amazon ist beispielsweise längst ein sehr wichtiger Kunde für die Distribution «, erklärt Tech Datas Software-Chef Gerald Haberecker. Über den Etailer-Kanal würde Tech Data einen großen Absatz bei Consumer-Software-Produkten erzielen. Besonders häufig würden von den Etailern Fulfillment-Dienstleistungen wie Dropshipment und Versand im Namen Dritter nachgefragt, stellt Peter Silberhorn, Ingram Micros Sales Director Consumer Channels, fest.

Wie das Produktangebot, differenziert sich auch die Online-Kundschaft immer stärker. So beliefern Notebooksbilliger.de, Home of Hardware und Computeruniverse. net sowohl private und gewerbliche Endverbraucher sowie öffentliche Einrichtungen. Wie Wedemeyer bei seinen Kunden beobachtet, weite sich das früher typische Alter der Internetuser zwischen 20 und 35 Jahren nach beiden Seiten aus. »Mittlerweile gibt es bei uns sogar schon über ein Prozent Käufer, die über 75 Jahre alt sind«, sagt der Geschäftsführer von Notebooksbilliger.de.

Doch die immer älter und jünger werdenden User haben durchaus auch ihre Probleme mit dem Online- Handel, wie die Studie von CRN und Schottenland. de bestätigt. Demnach stellten für die meisten Befragten die Garantieansprüche (rund 45 Prozent) das größte Problem bei den Etailern dar, gefolgt von der Produktverfügbarkeit (rund 39 Prozent). Für jeweils ein Drittel der Befragten erwiesen sich die Aspekte Lieferzeit, Vorkasse- Zahlung, Kommunikation mit dem Händler und Rücksendung als problematisch. Die deutschen Online-Shopper erweisen sich als sehr servicebewusst: 87 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass ein gutes Reparatur- und Garantieangebot für sie eine große Bedeutung hat, während nur knappe 13 Prozent diesen Aspekt für weniger wichtig hielten. Einen oft ins Feld geführten Nachteil des Online- Handels, die mangelnde Beratung, bestätigte die Umfrage jedoch nicht. 70 Prozent der Kunden fühlen sich beim Online-Kauf ausreichend informiert. Allgemeine Erwartungen wiederum bestätigend, gaben rund 83 Prozent der Befragten an, das Angebot von Onlinehändlern hauptsächlich zu privaten Zwecken zu nutzen.