Ein hartes Jahr für Dangaard Telecom

Ein hartes Jahr für Dangaard Telecom. Die Holding des TK-Distributors konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz zwar um 7,7 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro steigern, das Ergebnis brach aber um über 50 Prozent ein. Grund: Die Krise der Tochtergesellschaft Teleservice International.

Ein hartes Jahr für Dangaard Telecom

Während der nach eigenen Angaben größte europäische Distributor für Mobilfunk mit der Umsatzentwicklung noch zufrieden sein kann, ist der Einbruch beim Ergebnis dramatisch: Im Finanzjahr 2004 belief sich der Gewinn auf acht Millionen Euro ? das Vorjahresergebnis vor Steuern lag noch bei 17 Millionen Euro.

Die dänische Holding begründet den Rückgang mit Problemen der Tochtergesellschaft Teleservice International. Die Tochter ist für den After Sales Service bei Handys zuständig. Der Markt für Handy-Reparaturen sei derzeit aber problematisch, weil sich die Vergütungen drastisch reduziert hätten. Der Distributor reagierte mit einer kompletten Umstrukturierung. In Europa wurden sechs Filialen der Teleservice International geschlossen, darunter drei in Deutschland. Die daraus resultierenden Kosten für Personalabfindungen und die Aufgabe der Standorte hätten einen großen Teil des Verlustes verursacht.

»Abgesehen von den Schwierigkeiten im After Sales Service lieferten unsere Primärgeschäftsbereiche die gewünschten Ergebnisse. Auch die Teleservice zeigt nach den Umstrukturierungen positive Tendenzen«, betont Steen F. Pedersen, CEO der Dangaard Holding. Auch mit der deutschen Niederlassung mit Sitz in Trier zeigt sich CEO Pedersen zufrieden, sie erwirtschaftete 380 Millionen Euro. Damit gehört die deutsche Filiale zu den größten TK-Distis hier zu Lande. Zum Vergleich: Der Osnabrücker Großhändler NT plus hat in 2004 490 Millionen Euro umgesetzt. Der Konkurrent My Extra kommt auf einen geschätzten Jahresumsatz von 125 bis 150 Millionen Euro.

Deutschland-Geschäftsführer Michael Möller will den Distributor künftig verstärkt als Outsorcing- und Kooperationspartner von Netzbetreibern und Service-Providern aufstellen. Einen ersten Schritt in diese Richtung unternahm das Unternehmen bereits vor vier Jahren als Logistikpartner für den UMTS-Netzbetreiber Quam. Die Firma musste allerdings bereits nach wenigen Monaten Insolvenz anmelden, so dass der Vertrag nicht umgesetzt wurde.

Darüber hinaus soll das Produktportfolio auf Festnetz, Breitband, Smartphones und Navigationslösungen ausgeweitet werden. »Und das natürlich ohne den Fokus auf unser Kerngeschäft Mobiltelefone zu verlieren«, wie Pedersen einschränkt. Dadurch verspricht sich der CEO einen Umsatzzuwachs im zweistelligen Prozentbereich für das laufende Geschäftsjahr sowie einen weiteren Ausbau der Marktanteile in Deutschland.

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