Funkwerk Enterprise-Expansionsstrategie: Konvergenz-Company fertig geschmiedet

Nach monatelanger Krise hat der thüringische Telekommunikationstechnik-Hersteller Funkwerk AG das Geschäftsjahr 2006 doch noch mit einem Gewinn abgeschlossen. Insbesondere die aus mehreren Einzelfirmen geschmiedete Funkwerk Enterprise Communications könnte in diesem Jahr zu einem weitaus kräftigeren Plus beitragen.

»Ende gut – alles gut«. Dieser Sinnspruch traf auf die Unternehmensentwicklung bei der Funkwerk AG im vergangenen Jahr nicht ganz zu, der Konzern musste seine Planung doch deutlich nach unten korrigieren. Zu guter Letzt schloss die Funkwerk AG das Geschäftsjahr 2006 immerhin mit einem Plus ab. Im erfolgreichen letzten Quartal habe das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) bei acht Millionen Euro gelegen, teilte das Unternehmen vor wenigen Tagen mit. Ein Grund zu uneingeschränkter Freude ist das für die Unternehmensleitung nicht. »Man muss das vergangene Jahr differenziert betrachten«, erläutert Vorstandsmitglied Hans-Ekkehard Domröse im Gespräch mit CRN.

Domröse war im Sommer letzten Jahres mit der Verantwortung für den Geschäftsbereich Enterprise Communications in den Vorstand aufgerückt. »Die ursprüngliche Zielsetzung konnten wir nicht einhalten«, räumt er ein. Insbesondere in der Unternehmenssparte »Traffic + Control « habe das Unternehmen einen Nachfragerückgang verzeichnet. Ein hervorragendes viertes Quartal habe aber letztlich dazu beigetragen, dass die Krise glimpflich verlief. Für 2007 rechnet das Unternehmen deshalb damit, die Planzahlen wieder verwirklichen zu können.

Für das Geschäftsjahr 2006 geht Funkwerk jetzt von einem Umsatz von rund 242 Millionen Euro aus. Das EBIT werde knapp zehn Millionen Euro betragen, was am unteren Ende der 2006 nach unten korrigierten Prognose liegt. Für das Jahr 2007 peilen die Thüringer nun Umsätze von rund 255 Millionen Euro und eine »überproportionale« Steigerung ihres operativen Ergebnisses auf 13 Millionen Euro an. »Nach dem guten, vierten Quartal sieht die Entwicklung auch im ersten Quartal 2007 weiter erfreulich aus, wir haben definitiv keinen Fehlstart hingelegt«, ist Domröse überzeugt.

Auch von der Sparte »Enterprise Communications«, für die Domröse verantwortlich ist, könne in diesem Jahr mehr erwartet werden als im Vorjahr, versichert der Vorstand. Im letzten Jahr habe man das Augenmerk in erster Linie auf die technische Harmonisierung der Core-Marken gelegt. Es sei gelungen, eine einheitliche Hardware-Plattform und darüber hinaus eine Angleichung der grafischen Benutzeroberflächen umzusetzen. In diesem Jahr sollen die Partner und Kunden von dieser Entwicklungsarbeit profitieren: »Es wird zur Cebit zahlreiche Produktvorstellungen geben«, unterstreicht Domröse. Das soll im Endergebnis natürlich auch zu mehr Umsatz und Ertrag bei Funkwerk Enterprise Communications beitragen. »Ich gehe fest davon aus, dass FEC nach 92 Millionen Euro im Vorjahr in diesem Jahr den dreistelligen Umsatzbereich erklimmen wird«, prophezeit Domröse. Der Auslandsvertrieb hat sich dabei zu einer »entscheidenden Säule« des Unternehmens entwickelt: Klammert man die ehemalige Funktel aus, lag der Exportanteil 2006 bei 45 Prozent. Besonders erfolgreich habe sich die Vertriebsgesellschaft in Frankreich entwickelt. Auch in Spanien, Portugal und Italien habe FEC deutlich zulegen können. Als schwierig erweist sich laut Domröse die Expansion in Osteuropa, doch die in Wien ansässige Firmentochter Funkwerk Aphona werde den Osten einschließlich der ehemaligen GUS-Staaten jetzt verstärkt in Angriff nehmen.

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