Systemhausübernahme: Wirtschaftskrise treibt Bürotex in die Arme von Cancom

Cancom hat die Bürotex-Gruppe (280 Mitarbeiter) gekauft. Das Inhaber geführte Systemhaus seht zwar solide da, kämpft aber mit einer Klientel, die von der Wirtschaftskrise ganz besonders getroffen ist. Cancom-Chef Klaus Weinmann kündigt eine »sanfte Integration« an. Das Geschäft mit Hewlett-Packard gewinnt an Bedeutung.

»Die Restrukturierung von Bürotex ist kein großes Thema. Es wird eine sanfte Integration geben«, Cancom-Chef Weinmann gegenüber CRN

Kurz vor Jahresende beschenkt Cancom-Chef Klaus Weinmann sein Unternehmen gerne mit einer Akquisition. Im letzten Jahr hatte Weinmann den angeschlagenen Etailer Home of Hardware (HoH) gekauft, heuer legte er sich das Systemhaus Bürotex unter den Baum. Aber im Gegensatz zur damals insolvenzgefährdeten Firma HoH kann bei der Bürotex-Gruppe von schwerwiegenden wirtschaftlichen Problemen nicht die Rede sein. »Bürotex geht es zwar nicht sehr gut, aber in Anbetracht der Wirtschaftskrise in diesem Jahr ganz okay«, sagt Weinmann im Gespräch mit Computer Reseller News. Weinmann rechnet damit, dass Bürotex in diesem Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen wird.

Das wäre schon deshalb ein Erfolg, weil Bürotex mit Sitz in Nürtingen in Baden-Württemberg vorwiegend Kunden der Automobilzulieferer- und Metallbranche sowie Banken bedient. Firmen also, die ganz besonders stark von der Wirtschaftskrise betroffen sind und wohl auch 2010 noch Probleme haben werden. Weinmann rechnet erst 2011 mit einem Ergebnisbeitrag der neuen Systemhausgruppe in Höhe von mindestens eine Million Euro jährlich. Noch rechnet man in Nürtingen und am Cancom-Firmensitz Jettingen-Scheppach den Kaufpreis. Er soll soll je nach ausgewiesenem Eigenkapital der Bürotex-Gruppe rund 4 Millionen Euro betragen.

Bürotex, ein Unternehmen mit rund 55 Millionen Euro Jahresumsatz (davon rund 15 Millionen Euro Dienstleistungen und 40 Millionen Produktverkauf), hat sich in der Systemhausbranche und bei Kunden einen guten Ruf erarbeitet. Weinmann spricht denn auch von einer »sanften Integration« in die Cancom-Gruppe. »Das Management von Bürotex wird seine Arbeit fortsetzen«. Es gebe kein Überschneidungen bei den Kunden, »wir ergänzen uns ideal«, fügt Weinmann an. Lediglich in einzelnen zentralen Bereichen wie Buchhaltung würden Stellen wegfallen. An einigen Standorten - außer Nürtingen und Stuttgart - werde man räumliche Zusammenführungen mit Cancom-Büros prüfen. »96 Prozent der Arbeits- und Ausbildungsplätze haben wir gesichert«, beteuert Weinmann.

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