Auf dem Weg zur globalen Marke

Auf dem Weg zur globalen Marke Tata Consultancy Services (TCS), ein Teil der indischen Tata Group, will sich als führende globale Marke im IT-Services-Markt etablieren. Das Geschäft in Europa soll wachsen.

Eine TCS-Mitarbeiterin erklärt Besuchern im Future Shop des TCS-Entwicklungszentrums in Chennay die Funktionsweise des RFID-Systems am Einkaufswagen.

IT-Outsourcing bleibt hierzulande eminent wichtig, meint zumindest Phiroz Vandrevala, Head of Global Affairs bei Tata Consultancy Services (im Folgenden TCS): »Mittelfristig sind die Europäer schon allein wegen der Demografie gezwungen, viele IT-Tätigkeiten ins Ausland zu vergeben. Sonst müssten sie das Personal importieren, und das würde zu kulturellen Spannungen führen.« Insofern ist das Geschäftsmodell des führenden indischen IT-Dienstleisters TCS prototypisch für eine ganze Branche: Die indische IT-Industrie generiert Wohlstand zu Hause, deutsche Unternehmen sparen Kosten. Letzteres laut einer aktuellen Untersuchung der amerikanischen InformationWeek mit über 70 Prozent nach wie vor das wichtigste Motiv für Auslagerungen. Die IT-Services für deutsche Kunden werden nicht nur von TCS, sondern auch von anderen indischen Outsourcern weitgehend aus dem Ausland erbracht: Servicecalls bei TCS landen in einem Delivery Center in Ungarn, komplizierte Fälle in weltweit aktiven indischen Delivery Centers. In Deutschland besitzt TCS sechs kleinere Büros, die nur als direkter Ansprechpartner für die hiesigen der rund 100 europäischen Kunden dienen. Das Ländermanagement erfolgt von Frankfurt aus. In Walldorf betreibt TCS ferner ein fachliches Zentrum (Center of Excellence) fürs Thema SAP und seit dem Frühjahr ein Telekommunikations-Entwicklungszentrum in Düsseldorf mit 90 Mitarbeitern, die von Nokia Siemens Networks (NSN) übernommen wurden. Das dünne personelle Engagement in Kontinentaleuropa begründet TCS mit »kulturellen Unterschieden«. Finanzchef S. Mahalingam: »Unsere Leute arbeiten ungefragt auch 18, 19 Stunden am Stück, wenn es nötig ist. In Deutschland gibt es alle möglichen Gesetze und Regulierungen, die so etwas schwierig machen.« Für die deutschen Kunden ist das attraktiv, denn 15 von 30 DAX-Unternehmen, zum Beispiel Siemens oder Daimler, nutzen die Services des Dienstleisters.

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