Hyper-Converged Infrastructures auf Wachstumskurs: HCI-Lösungen mischen Storage-Markt auf

Hyperkonvergente Infrastrukturen haben sich zum Milliardenmarkt entwickelt. Sie versprechen nicht nur Einfachheit und Flexibilität, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit, sondern bringen auch Cloud-Feeling ins Datacenter.

(Foto: Connect world - AdobeStock)

Hyperkonvergente Infrastrukturen wirbeln seit einigen Jahren den Rechenzentrumsmarkt durcheinander. Denn das „Rechenzentrum aus der Box“ ermöglicht es Unternehmen, alle benötigten Komponenten in einer Komplettlösung zu vereinen – und diese mit Virtualisierungslayer und zentralem Management zu kombinieren. In den Anfangsjahren handelte es sich dabei allerdings meist um Appliances, die recht starr vorkonfiguriert waren und sich schlecht für die Anforderungen bestimmter Workloads anpassen ließen. Trotz dieser Einschränkungen wuchs die Nachfrage nach Hyper-Converged Infrastructures (HCI) rasant. Insbesondere die einfache Verwaltung kam bei vielen Kunden gut an.

Inzwischen sind die Systeme flexibler geworden. Compute- und Storage-Ressourcen sind nun unabhängig voneinander skalierbar. Die meiste Energie haben die Hersteller jedoch in die Integration gesteckt. Eine komplette Umgebung lässt sich dadurch remote per App managen und im laufenden Betrieb mit einem Klick aktualisieren. „Prozesse, die früher Tage und viele manuelle Schritte erfordert haben, lassen sich nun innerhalb von Minuten erledigen“, schildert Peter Goldbrunner, Country Manager Germany and Austria bei Nutanix, die Vorteile.

Pioniere Nutanix, Simplivity und VCE

Nutanix war neben Simplivity, das inzwischen zu HPE gehört, und VCE, einem Joint-Venture von EMC und Cisco, das in Dell aufgegangen ist, ein Pionier auf dem HCI-Markt. In den ersten Jahren bot das Unternehmen noch eigene Appliances an, konzentrierte sich dann aber vollständig auf die Software – quasi die Intelligenz hyperkonvergenter Lösungen. Die übernimmt nicht nur die Verwaltung der physikalischen Ressourcen, sondern stellt auch Funktionen wie Backup, Deduplizierung oder Replikation. Der Software-Fokus soll den Kunden eine größere Wahlfreiheit bei der Hardware lassen. Auch die Appliances der Konkurrenz ermöglichen mittlerweile allerdings eine Hardware-Ausstattung, die auf die individuellen Anforderungen eines Unternehmens zugeschnitten ist. „Inzwischen ist es durchaus möglich, einen reinen Compute-Knoten hinzuzufügen, wenn der Speicher-Pool das zulässt“, sagt Stefan Weber, Manager Hybrid IT Growth DACH + Russia bei Hewlett Packard Enterprise.

In den Anfangsjahren kamen HCI-Lösungen vor allem in VDI-Um­gebungen zum Einsatz. Auch als kompaktes Rechenzentrum für Außenstellen waren sie beliebt. Inzwischen allerdings sind hyperkonvergente Infrastrukturen für eine immer breiter werdende Palette von Einsatzszenarien gefragt. „Sie eignen sich für fast alle Workloads und Applikationen, angefangen von den typischen Microsoft-Anwendungen über VDI bis hin zu geschäftskritischen Anwendungen wie SAP HANA«, sagt Robert Laurim, Vice President & General Manager Channel bei Dell EMC Deutschland. Christian Keil, Manager Cloud Infrastructure bei NetApp, sieht die NetApp-Lösung sogar „grundsätzlich für jeden

Workload“ geeignet. Der Storage-Hersteller war erst 2017 in den Markt eingestiegen, hat es jedoch geschafft, sich dort schnell erfolgreich zu positionieren. Auch Torsten Bloth, Senior Manager Lenovo Solution Architects DACH sieht „eigentlich keine natürlichen Grenzen für den Einsatz von HCI mit Blick auf die zu bewältigenden Workloads“. Die Systeme würden manchmal sogar schon für Big Data Analytics genutzt.

HCI-Lösungen werden inzwischen nicht mehr nur für neue Projekte oder neue Anwendungen angeschafft. Stattdessen gehen Unternehmen verstärkt dazu über, bestehende Systeme abzulösen, um die Infrastruktur insgesamt zu modernisieren. Denn das perfekte Zusammenspiel von Software und Hardware und das einfache Management erleichtern nicht nur die Einführung von HCI-Lösungen, sondern entlasten IT-Abteilungen auch im Arbeitsalltag und machen damit Ressourcen für andere Projekte frei. „Generell machen Hyperconverged-Lösungen überall dort besonders viel Sinn, wo Unternehmen für ihr Team mehr Zeiträume für Innovationen schaffen möchten und der Aufwand zur Administration der bisherigen Infrastruktur ein kritisches Niveau erreicht hat“, sagt Bloth.

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