Hyper-Converged Infrastructures auf Wachstumskurs: HCI-Lösungen mischen Storage-Markt auf

Hyperkonvergente Infrastrukturen haben sich zum Milliardenmarkt entwickelt. Sie versprechen nicht nur Einfachheit und Flexibilität, Verfügbarkeit und Skalierbarkeit, sondern bringen auch Cloud-Feeling ins Datacenter.

Milliardenmarke überschritten

Das führt dazu, dass die Nachfrage nach HCI-Lösungen kontinuierlich wächst. Im zweiten Quartal 2018 legte der Markt nach Zahlen von IDC um 78 Prozent auf fast 1,5 Milliarden Dollar zu. Die Spitzenposition hält Dell EMC mit einem Marktanteil von 28,8 Prozent, gefolgt von Nutanix mit 18,9 Prozent. Ein wenig anders sieht es allerdings aus, wenn man nicht die HCI-Systeme betrachtet, sondern die eingesetzten HCI-Plattformen. Dann liegen Nutanix und VMware mit 34,2 beziehungsweise 34,1 Prozent nahezu gleichauf an der Spitze, weil ihre Software auf den HCI-Lösungen vieler anderer Hersteller zum Einsatz kommt.

Das schnelle Wachstum bei den HCI-Systemen sorgt allerdings auch für Umsatzrückgänge bei konvergenten Lösungen wie Referenzsystemen und integrierten Plattformen. Nach Zahlen von IDC erlitten sie im zweiten Quartal 2018 erneut zweistellige Einbußen und sorgen noch für Umsätze von 1,3 Milliarden respektive 0,7 Milliarden Dollar. Daneben geraten aber auch klassische Software-defined-Storage-Lösungen unter Druck, da sie lediglich den Storage abstrahieren und damit nur einen Bruchteil der HCI-Fähigkeiten bieten. Letztlich sei HCI die konsequente Weiterentwicklung von Software-defined, sagt Laurim von Dell EMC.

Für zusätzliche Flexibilität des Hyper-Converged-Konzepts sorgt, dass Nutzer die Wahl haben, ob sie eine fertige Appliance einsetzen oder eine HCI-Software auf eigener Hardware laufen lassen. Für eine Appliance spricht neben der definierten und in der Regel auch garantierten Performance der zentrale Support. Reine Software-Lösungen dagegen bieten mehr Flexibilität und Wahlfreiheit bei der Hardware und den Hypervisoren.

Klare Einsatzszenarien

Auch wenn HCI-Lösungen prinzipiell für jede Art von Workload taugen, werden sie von Firmen oft noch sehr gezielt eingesetzt. Sekundäre Daten wie Archive und Datensicherungen, aber auch die File Shares von Mitarbeitern landen aktuell nur selten auf ihnen. In der Regel stünden bei den Unternehmen die Investitionskosten im Vordergrund, erklärt Laurim, mit dem Ergebnis, dass man HCI eher für Daten anschaffe, die direkte und regelmäßige Zugriffe erfahren.

„Unter dem Aspekt der Homogenisierung und Automation der Infrastruktur können hyperkonvergente Systeme aber auch für Daten sinnvoll sein, die keinen direkten Zugriff benötigen.“ Lenovo-Manager Bloth gibt überdies zu bedenken, dass sich solche „kalten Workloads gut mit klassischer IT-Infrastruktur abbilden lassen, denn bei dieser „bleibt die technische Entwicklung ja nicht stehen“.

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