Handelsverband fordert politische Unterstützung: Schwere Zeiten für kleine Ladengeschäfte

Zwar geht der Handelsverband Deutschland von einer erneuten Umsatzsteigerung im Einzelhandel aus, doch viele Retailer rechnen mit Einbußen. Speziell kleine Läden stehen unter Druck – der Verband sieht die Politik in der Pflicht.

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Auch wenn die Konjunkturprognosen sinken, kaufen die Bundesbürger fleißig weiter ein. Der private Konsum bleibe für den Einzelhandel »ein wichtiger Stabilitätsanker«, urteilt der Handelsverband Deutschland (HDE) und rechnet in diesem Jahr mit einem moderaten Umsatzwachstum der Branche um zwei Prozent auf gut 537 Milliarden Euro. Allerdings fällt das Plus im stationären Einzelhandel mit 1,3 Prozent deutlich kleiner aus als im Online-Handel mit etwa 9 Prozent. Dementsprechend trübt sich Stimmung bei vielen Händlern ein: 35 Prozent rechnen in diesem Jahr mit einem Umsatzrückgang, 33 Prozent mit stagnierenden Einnahmen.

Vor allem kleine Händler schätzen ihre Zukunftsaussichten ziemlich pessimistisch ein und gehen überwiegend von Einbußen aus. Dabei spielen sie in der Branche eine wichtige Rolle und prägen das Bild vieler Städte: Mehr als die Hälfte der Läden in Deutschland (54 Prozent) gehört Händlern mit weniger als fünf Mitarbeitern.

»Der mittelständische Handel braucht politische Unterstützung«, stellt denn auch HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth fest. Reformbedarf sieht er etwa bei Hinzurechnungsregelungen bei der Gewerbesteuer und den Energiekosten, die durch die Energiewende Händler und Verbraucher überproportional belasten würden. Darüber hinaus fordert er aber auch einen Ausbau der Infrastruktur, die vielerorts überlastet sei. Der Handel brauche diese für die Logistik und sei auf eine gute Erreichbarkeit durch Kunden angewiesen.