Freie Ladenöffnungszeiten: Einzelhändler wollen Gleichstellung mit Onlinehandel

Mit einem bundesweit bislang einzigartigen Vorstoß fordern Einzelhändler aus Mecklenburg-Vorpommern Chancengleichheit mit dem Onlinehandel. Dazu sollen insbesondere die Ladenöffnungszeiten nicht mehr gesetzlich beschränkt werden.

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Einzelhändler in Mecklenburg-Vorpommern wollen eine Gleichstellung ihrer Geschäfte mit dem Onlinehandel. Ladenbesitzer auf der Insel Usedom haben dazu eine Online-Petition gestartet, mit der sie Druck auf Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) bei der Neuverhandlung der Bäderregelung und für eine aus ihrer Sicht notwendige Änderung des Ladenschlussgesetzes ausüben wollen. Urlauber und auch Anwohner sollten selbst entscheiden dürfen, wann, wo und was Sie einkaufen wollen, so wie es der Onlinehandel bereits jetzt ermögliche, sagte Jenny Meyer von der Ladenkette »Pier 14« am Montag. Das Unternehmen mit 19 Geschäften entlang der Ostsee hatte die Petition gestartet.

Die Interessen der Mitarbeiter seien auch bei uneingeschränkten Öffnungszeiten geschützt. So sei die Arbeit an Sonn- und Feiertagen freiwillig und werde zusätzlich vergütet, sagte Meyer weiter. Die Bäderregelung in Mecklenburg-Vorpommern, die die Sonntagsöffnung regelte, war im Juli vom Oberverwaltungsgericht mit einer erfolgreichen Klage der Gewerkschaft Verdi gekippt worden. Sollten Läden nicht mehr an Sonntagen öffnen dürfen, seien 20 Prozent der Arbeitsplätze in den Urlaubsorten gefährdet, sagte Meyer.