Bitkom-Studie zum Arbeitsmarkt: Mehr Frauen für die ITK-Branche

Der Anteil der Frauen in der ITK-Branche steigt langsam, aber stetig an. Auch im Top-Management der IT-Firmen finden sich immer mehr weibliche Fachkräfte. Der Branchenverband Bitkom fordert Maßnahmen, um diese Entwicklung weiter zu beschleunigen.

Uta Menges, Vorsitzende des Bitkom-Fachausschusses „Frauen in der ITK“
(Foto: Bitkom)

Der Anteil der Frauen in der ITK-Branche ist in den vergangenen Jahren leicht aber stetig gestiegen, resümiert der Branchenverband Bitkom: Im vergangenen Jahr waren 28 Prozent aller Mitarbeiter in der IT Frauen. Das ist ein Anstieg von vier Prozentpunkten im Vergleich zu 2015, denn damals machten Frauen nur 24 Prozent der gesamten Belegschaft von IT-Unternehmen aus. Der Bitkom hat anlässlich des Internationalen Frauentages in der vergangenen Woche eine aktuelle Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte veröffentlicht, die sich insbesondere mit der Rolle der weiblichen Fachkräfte in der Industrie beschäftigt. Dafür hat der Verband mehr als 1.500 Geschäftsführer und Personalverantwortliche von Unternehmen befragt.

Die Studie zeigt auf, dass sich auch im Top-Management der IT-Firmen der Anteil von Frauen kontinuierlich, wenn auch nur schleppend, nach oben entwickelt. Waren vor drei Jahren noch fünf Prozent aller Top-Managerinnen Frauen, so sind es mittlerweile sieben Prozent. Um einen Prozentpunkt steigerte sich der Anteil im mittleren Management: Hier stellen Frauen heute einen Anteil von acht Prozent. Unter den IT-Fachkräften kommt der Anteil der Frauen auf mittlerweile 17 Prozent. Im Vergleichsjahr 2015 waren es 15 Prozent. »Der Anteil an weiblichen Fachkräften in ITK-Unternehmen ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Die Unternehmen haben erkannt, dass weibliche Fach- und Führungskräfte für einen dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg dringend gebraucht werden«, zeigt sich Uta Menges, Vorsitzende des Bitkom-Fachausschusses »Frauen in der ITK«, überzeugt. Und mahnt gleichzeitig an: »Trotzdem bleibt hier noch viel zu tun!« Der Bitkom selbst wolle mit einem Hochschulnetzwerk, das weibliche Studierende in Informatikstudiengängen fördert, einen Beitrag dazu leisten.

Auch spezielle MINT-Frauenstudiengänge (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) in Deutschland könnten dafür sorgen, dass die Branche mehr Frauen für Fach- und vor allem auch für Führungspositionen gewinnt. Der Verband lobt die enge Kooperation mit Unternehmen in diesen Initiativen, denn dadurch sei ein hoher Praxisbezug gewährleistet. Diese Frauenstudiengänge nähmen überdies Rücksicht auf die spezifischen Bedürfnisse von Studentinnen, die familiäre Verantwortung haben, indem beispielsweise Pflichtveranstaltungen auf Kita-Öffnungszeiten abgestimmt werden. Solche Studiengänge bieten derzeit unter anderem die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, die Hochschule Bremen, die Hochschule Furtwangen, und die Jade-Hochschule Wilhelmshaven an.

Grundsätzlich sorgt der Digitalisierungstrend für einen kräftigen Beschäftigungsschub: Im vergangenen Jahr haben die ITK-Anbieter mit 45.000 zusätzlichen Jobs ihren historisch stärksten Beschäftigungszuwachs innerhalb eines Jahres erlebt. Dieses Wachstum soll sich nach einer Prognose des Branchenverbands Bitkom in diesem Jahr fortsetzen. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einem Arbeitsplatz-Plus von 42.000 Stellen in der Branche. Demnach werden zum Jahresende 1.134.000 Menschen im ITK-Sektor beschäftigt sein. Das entspricht einem Zuwachs von 3,8 Prozent im Vergleich zu 2017.

»Der Stellenzuwachs könnte höher ausfallen, wenn mehr Fachkräfte zur Verfügung stehen würden«, kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg die Arbeitsmarktzahlen. Auch die Umsätze legen weiter zu. Einer Bitkom-Studie zufolge bleiben in Deutschland 55.000 Stellen für IT-Spezialisten unbesetzt. Politik und Wirtschaft seien hier gemeinsam gefordert, sagt Berg und ergänzt: »Wir müssen unser Bildungssystem so weiterentwickeln, dass in Zukunft genügend IT-Experten zur Verfügung stehen und insbesondere auch die Rolle von Frauen in der IT gestärkt wird.«