Hyperkonvergente Infrastrukturen: Neue Wege im Rechenzentrum

Hyperkonvergente Systeme bündeln Server, Storage, Netzwerkressourcen und Virtualisierung in einer vorkonfigurierten Appliance. Die neuen „Rechenzentren aus der Box” lassen sich nicht nur einfach managen, sondern sind auch extrem skalierbar.

Die monolithische Struktur von Rechenzentren kann mit den Anforderungen, die viele Unternehmen an ihre IT-Infrastruktur stellen, nur schwer mithalten. Die Cloud, das Internet der Dinge und mobile Nutzer lassen Datacenter immer komplexer werden. Schwierigkeiten beim Zusammenspiel der Komponenten verschiedener Hersteller treiben Verwaltungsaufwand und Kosten seit Jahren in die Höhe.
Eine erste Antwort auf der Suche nach flexibleren Infrastrukturen waren konvergente Systeme, die bereits seit einigen Jahren verstärkt zum Einsatz kommen. Hardware und Software werden vom Anbieter dieser Infrastrukturpakete vorab getestet, validiert und in Form eines Gesamtpakets verkauft. Die vorkonfigurierte Hardware der Architektur und der einheitliche Support vereinfachen die Verwaltung der Lösungen. Dennoch bleiben die Schichten Compute und Storage separat nebeneinander bestehen. Unternehmen müssen damit auch weiterhin ausgebildete Spezialisten für Server, Storage und Netzwerke beschäftigen.

Zentrale Komponenten in einer Box

Hyperkonvergente Infrastrukturen sind die Weiterentwicklung dieses Grundgedankens. Sie bringen die Module Server, Storage und Netzwerkkomponenten sowie eine Virtualisierungsschicht in einer Appliance zusammen. In vielen Lösungen werden die zentralen Elemente darüber hinaus ergänzt durch Komponenten wie Backup, Disaster Recovery WAN-Optimierung und Deduplizierung. Indem hyperkonvergente Lösungen Hardware und Software in einem einheitlichen Produkt zusammenführen, packen sie die zentralen Komponenten eines Rechenzentrums quasi in eine Box.

Hohe Skalierbarkeit der Lösungen

Die Vorteile von hyperkonvergenten Infrastrukturen sind vielfältig. Neben der einfachen Installation und Verwaltung dürfte vor allem die extreme Skalierbarkeit der Lösungen für viele Unternehmen ein ausschlaggebendes Argument darstellen. Während die Erweiterung traditioneller Systeme oft hohe Investitionen nach sich zieht, lassen sich hyperkonvergente Infrastrukturen quasi nach dem Bausteinprinzip durch das Hinzufügen von Modulen einfach ausbauen. „Daher ist zu Beginn eines Investitionszyklus die Kenntnis der endgültigen Ausbaustufe noch nicht notwendig. Die Architektur erlaubt explizit das Eintreten von unvorhersehbaren Ereignissen und flexibles Reagieren“, schildert Michael Sandhoff, CTO beim Systemhaus Cema, die Vorzüge.
Durch Hyperkonvergenz wird die Automatisierung des Datacenters wesentlich einfacher. Da alle Ressourcen kombiniert sind und zentralisierte Verwaltungstools zur Verfügung stehen, muss die IT-Abteilung nicht selbst automatisierte Strukturen schaffen. Eigene Expertenteams für Storage oder Networking sind beim Einsatz von hochintegrierten Systemen nicht mehr notwendig, was den Personalbedarf verringert.
Kosten sparen können Unternehmen auch bei der Anschaffung der Hardware. Hyperkonvergente Lösungen basieren meist auf kostengünstigen x86-Standardservern, denn für die Intelligenz ist die Software verantwortlich, die auf der Appliance läuft.

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